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»Nicht Last, sondern Chance«

Gepostet in Allgemein von Freddy am 19. Februar 2010 Tags: , , ,

Die Ausweisung eines 50 Hektar großen Industrie- und Gewerbegebietes in Künsebeck sowie der Bau einer Entlastungsstraße sind nun auch im Stadtrat beschlossene Sache. Nach dem eindeutigen Votum im Haupt- und Finanzausschuss war die klare Mehrheit im Rat für das Gewerbegebiet am Standort B (zwischen A 33, Kreisstraße und Flurstraße) und die durch dieses Gebiet führende Entlastungsstraße erwartbar. Am Ende gab es für den Antrag, den Regionalplan entsprechend ändern zu lassen, nur vier Gegenstimmen, drei von der STU und eine von der Künsebeckerin Katrin Flöttmann (SPD). Auch ein Bürgerantrag der Interessengemeinschaft Künsebecker Bürger (IGKB) vermochte das Blatt nicht zu wenden. IGKBSprecher Kai Drees forderte darin die Entscheidung für ein neues Gewerbegebiet am Standort C (in Höhe des Entsorgungspunktes an der Tatenhauser Straße) sowie die Erstellung eines Lärmgutachtens im Gebiet Schnatweg/Flurstraße. Wenn man schon ein interkommunales Gewerbegebiet anstrebe, solle man dies an der Gütersloher Straße in Steinhagen tun. Die Entlastungsstraße mit 12 500 Kfz am Tag hält die IGKB für eine unnütze Verlärmungsquelle. Unterstützung kam nur von der STU. Thomas Andres sprach von einer »Belastungstraße«. Peter Rieke hält das Gewerbegebiet am Standort B für qualitativ nicht gut, weil Wohnbebauung zu nah dran liege und es ökologische Einschränkungen gebe. Nur wenn Halle eine gute Struktur für Industrie und Gewerbe biete, ließe sich auch ein guter Haushalt darstellen, argumentierte Wolfgang Bölling (SPD). Mit der Entscheidung für zwei Autobahnauffahrten sei der Standort des Gewerbegebietes vorher bestimmt gewesen. Der Initiative der SPD, nur eine A 33-Auffahrt für Halle zu bauen, sei damals leider nicht gefolgt worden. Wenn die A 33 am Schnatweg ankomme, werde Künsebeck hoffnungslos im Verkehr untergehen, prophezeite Bölling: »Es sei denn, wir haben dann eine Entlastungsstraße.«

Helga Lange (Grüne) betonte, dass das nun in Gang gesetzte Verfahren für den Regionalplan zudem eine weitere intensive Alternativenprüfung beinhalte. »Wir haben das Glück, zwei notwendige Dinge miteinander verknüpfen zu können, nämlich ein Gewerbegebiet und die Entlastungsstraße «, meinte Stefan Siemens (CDU). »Sehen Sie das nicht nur als Belastung, sondern auch als Chance für Künsebeck«, rief er der IGKB zu. Karl- Heinz Wöstmann (UWG) versicherte, dass die Politik nun alles unternehmen werde, um es Künsebeck so angenehm wie möglich zu machen. »Wir haben immer Bedarf an Gewerbeflächen«, sagte Klaus- Peter Kunze (FDP). »Die Entwicklung von Storck zeigt doch, wie wichtig es ist, solche Planungen vorausschauend anzugehen.« Eine muntere Diskussion entspann sich zur Finanzierung der Entlastungsstraße, die etwa drei Millionen Euro kosten soll. Die Grünen und die CDU wunderten sich, dass im Haushalt der Stadt eine Million Euro als Zuschuss vom Kreis Gütersloh eingeplant ist, doch der Kreis selber solche Ausgaben bisher keineswegs in seiner Finanzplanung hat. Eine schriftliche Vereinbarung über die Drittelung der Kosten für die Entlastungsstraße zwischen Land, Kreis und Stadt gibt es nicht. Dennoch gab es wohl vor Jahren Gespräche zwischen den drei Beteiligten. Wie Bauamtsleiter Jürgen Keil mitteilte, seien ursprünglich Mittel aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsplan des Landes vorgesehen gewesen. Doch da dieser Topf auf Jahre hinaus mit anderen Projekten überzeichnet sei, sei die Drittel- Lösung ins Gespräch gekommen. Für die Bürgermeisterin ist es nachvollziehbar, dass der Kreis noch nichts in seinen Etat eingestellt hat. Halle habe ja noch keine Pläne fertig. Die Angelegenheit sei beim Kreis in Arbeit, hält sie die Aufregung für nicht sachgerecht.

Quelle: www.westfalen-blatt.de/ S. Küppers