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Naturschützer gegen Steinbruch-Pläne

Gepostet in Allgemein von Freddy am 04. September 2010 Tags: , , , , ,

steinbruchplanGNU-Sprecherin Marion Ernsting warnt vor irreparablen Schäden – Kalk nicht verschwenden

Nicht nur bei den betroffenen Anliegern in Amshausen, auch bei den Naturschutzverbänden regt sich Widerstand gegen die geplante Erweiterung des Steinbruches Müller in Künsebeck. GNU-Sprecherin Marion Ernsting aus Steinhagen hat sich jetzt zu Wort gemeldet. »Wir haben bisher noch keine Stellungnahme abgegeben, weil wir davon ausgegangen sind, dass eine Ausweitung des Steinbruchs gar nicht möglich sein würde.« Marion Ernsting bezieht sich auf die Schutzgebiete rund um den bestehenden Steinbruch Müller, die nicht nur Naturschutzgebiete nach deutschem Recht sind, sondern auch nach der europäischen Richtlinie »Fauna, Flora, Habitat«, also FFH-Gebiete. Den gleichen Schutzstatus genießt auch der Tatenhausener Forst. »Wir würden erst eine Stellungnahme abgeben, wenn ein offizieller Antrag gestellt ist«, kündigt sie an. Bisher (das WB berichtete am 24. August exklusiv) sind nur Behördengespräche gelaufen, angefangen mit einem ersten Treffen im Mai 2008, bei dem die Untersuchungs- Parameter abgestimmt wurden. Unter anderem müssen die Steinbruch- und Kalkwerk-Betreiber eine FFH-Verträglichkeitsstudie vorlegen. Marion Ernsting warnt allerdings davor, sich durch Ausgleichsmaßnahmen und auch die Aussicht auf eine spätere naturnahe Rekultivierung des Steinbruchs blenden zu lassen.

»Der reine Naturschutz ist vielleicht nicht das Problem. Nach zehn Jahren Abbau siedeln sich hier vielleicht neue kalkstein-liebende Arten an und bilden ein hochwertiges Biotop. Man übersieht dabei aber leicht, dass mit dem Abbau mehr kaputt gemacht wird, als in zehn bis 20 Jahren nachwachsen kann.« Da würde eine erhebliche Lücke gerissen in den Waldbiotop-Verbundkorridor zwischen Münsterland und norddeutscher Tiefebene. Die Steinhagenerin erinnert auch an grundlegende Ãœberlegungen, die schon 1997 in dem Gutachten zum Nutzungskonflikt Kalkstein – Naturschutz gemacht worden sind. Damals habe man sich mit Betrieben und Behörden auf eine 25-jährige regionale Versorgungssicherheit geeinigt, weil, so heißt es in dem Papier, die wirtschaftliche Bedeutung nicht automatisch höher eingestuft werden könne als öffentliche Belange. Kalk erlebt nach Ansicht der GNU-Sprecherin eine ähnliche Karriere wie Erdöl. Er sei endlich, dürfe nicht mehr verschwendet werden als Unterbau für Straßen und Plätze. Kalk, wie ihn beispielsweise auch der Steinbruch Müller als veredelte Ware anbiete, werde gebraucht für Soda- und Glasindustrie, Abwasserreinigung, Luftreinhaltung oder Bodenverbesserung. »Der Druck scheint noch nicht groß genug zu sein, ernsthaft nach Alternativen zu suchen«, fürchtet Ernsting und fordert, dass Anstrengungen unternommen werden müssten, nach Ersatzstoffen zu suchen. Im Straßenbau sei dass durch zerschredderte Abriss- Baustoffe und Straßenaufbruch schon möglich. Konfliktpotenzial liefert Ernstings Meinung nach auch der Regionalplan selbst. Die Fassung aus dem Jahr 2004 weist den Bereich am Steinbruch zwar als Schutzgebiet auf, in einem anderen Kapitel aber auch als Rohstoff- Gewinnungsgebiet. »Da hat wohl die Kommunikation gefehlt«, vermutet sie.

Quelle: www.westfalen-blatt.de / WESTFALEN BLATT