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Regierung prüft 400 Einwände gegen A 33

Gepostet in Allgemein von Freddy am 26. März 2010 Tags: , , , ,

23310_GewerbekarteIm Sommer wird mit Entscheidung gerechnet – 140 Seiten von Naturschutzverbänden

Ein Großprojekt geht in die Endphase.  Insgesamt 400 Behörden, Verbände und Bürger haben die Gelegenheit genutzt, zum letzten Mal Einwände gegen die Planungen der A 33 zu erheben. Die meisten richten sich gegen die Trassenführung nördlich des Tatenhausener Waldes. Insgesamt 280 Unterschriften trägt die Sammeleinwendung des »Bürgervereins pro A-33-Südtrasse «, dessen Vorsitzender Wolfgang Voss auch Ratsmitglied für die STU ist. Die Naturschutzverbände haben mit der erwarteten umfangreichen Stellungnahme auf die Änderungen im Rahmen der A-33- Planung reagiert. Die Einwender protestieren gegen die Wahl der Trasse, sprechen sich noch einmal deutlich für eine Autobahn aus, die südlich an Bokel und Hörste vorbeiführen würde. Das deckt sich weitgehend mit dem Antrag, den die STU während der jüngsten Ratssitzung gestellt hat. Darin wird gefordert, auf der Basis der Trassenvariante V 11 weiter zu planen, dafür die Konsenstrasse, die jetzt unter der Bezeichnung V 16+/K1 läuft, zu verwerfen. »Diese V 11 werden wir genau abprüfen müssen«, sagt dazu Jens Kronsbein, bei der Bezirksregierung in Detmold zuständiger Verfahrensleiter für die A 33. Sie ist die einzige der möglichen Südtrassen, die nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes noch möglich wäre, weil sie an der Anschlussstelle Schnatweg beginnt, die durch das Urteil von Leipzig fixiert ist, wie Kronsbein erläutert. Außer dieser Sammeleinwendung liegen außerdem 120 individuelle Stellungnahmen vor, darunter auch die der Landes- Naturschutzverbände. Die haben insgesamt 140 Seiten verfasst, beanstanden unter anderem die Gefahren für Arten und deren Lebensräume, vor allem aber die reduzierten Ausgleichsflächen für den Autobahnbau. Was den einen zu wenig, ist vielen Landwirten dagegen wiederum zu viel. Sie wollen, obwohl jetzt wesentlich weniger Flächen für den Naturschutz zur Verfügung gestellt werden müssen, möglichst wenig oder gar keine eigenen Flächen dafür zur Verfügung stellen. Das geht aus vielen der Einzeleinwendungen hervor. Ein weiterer Schwerpunkt der individuellen Stellungnahmen sei die Belastung mit Lärm und Luftschadstoffen, fasst Kronsbein zusammen. Unter anderem die Verkehrssicherheit spielt in der Stellungnahme des Kreises Gütersloh eine Rolle. Landrat Sven-Georg Adenauer hat alle Fachbehörden des Kreises beteiligt. Das Straßenverkehrsamt fordert, dass der Abschnitt 7 wegen der zu erwartenden Verkehrsbelastung auf der B 68 nach Fertigstellung des Steinhagener Abschnittes schnellstmöglich realisiert werden müsse – aus Gründen der Sicherheit und der Leistungsfähigkeit. Adenauer unterstreicht am Schluss der Gesamtstellungnahme, dass er Maßnahmen zum freiwilligen Lärmschutz durch die Stadt ausdrücklich unterstütze. Noch in diesem Sommer könnte Jens Kronsbein den Planfeststellungsbeschluss für den Haller Abschnitt verkünden. »Die A 33 hat bei uns oberste Priorität«, sagte Kronsbein im Gespräch mit dem WESTFALEN- BLATT. »Alle Themen müssen genau abgeprüft werden, bis Mitte des Jahres möchten wir es aber zum Abschluss bringen«, kündigt er konzentrierte Arbeit der zuständigen Fachleute im Haus an. Unklar ist, wie lange es dann noch dauern kann, bis die von den Naturschutzverbänden angekündigte Klage verhandelt wird. »Beim Abschnitt sechs zwischen Ummeln und Schnatweg hat es zwei Jahre gedauert bis zur mündlichen Verhandlung«, erinnert Kronsbein an das lange Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht. Das ist ja inzwischen erste und letzte Instanz. Hoffnung hat der Leitende Regierungs-Direktor, dass es diesmal etwas schneller gehen könnte. Immerhin habe das BVG schon beim Urteil im vergangenen Jahr einen Ausblick in den nächsten Bauabschnitt gewagt und dort keine »unüberwindbaren Hindernisse« gesehen.

Quelle: www.westfalen-blatt.de / Von Klaus-Peter S c h i l l i g