Künsebeck - Das Dorf hinterm Deich
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Kultursommer Künsebeck 2022 (pac)
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Pfiffige Ideen für den Künsker Kessel

Gepostet in TV Künsebeck von Freddy am 25. Februar 2022

Quelle: Stephan Ahrend / WESTFALEN BLATT

Eine große zuweilen lärmende Baustelle: Bagger bewegen Erdmassen, eine Walze verdichtet den Boden, Arbeiter mit Schaufeln in der Hand rufen sich Kommandos zu. So manchem Pendler, der mit der Nord-West-Bahn von Halle nach Bielefeld fährt, kommt beim Blick aus dem Fenster ein neues Baugebiet in den Sinn. Doch auf dem Areal neben dem Landhotel Jäckel entstehen keine Einfamilienhäuser oder Doppelhaushälften. Hier finden die Tennisspieler des TV Deutsche Eiche Künsebeck ab Mai im „Künsker Kessel“ ihr neues Zuhause, direkt neben der alten Anlage.

Mit 179.500 Euro übernimmt die Stadt Halle den größten Anteil am mit mehr als 300.000 Euro veranschlagten Projekt. Weitere 66.001 Euro aus dem Fördertopf des Landes NRW im Rahmen der Aktion „Moderne Sportstätten 2022“ stehen zweckgebunden für die Umzäunung der Tennisanlage zur Verfügung. Den Eigenanteil von 20 Prozent zu stemmen, das ist für eine Abteilung mit 133 Mitgliedern mehr als sportlich und die wohl größte Herausforderung in der 40-jährigen Geschichte des Künsebecker Tennissports. „Da hat man einige schlaflose Nächte. Bevor wir die Verträge unterzeichnet haben, haben wir uns tief in die Augen geschaut. Aber wir waren uns sicher. Dieser Verein packt das, unsere Mitglieder ziehen voll mit“, sagt Volker Horstmann. Der 2. Vorsitzende und seine Vorstandskollegen haben seit den ersten Planungen im April 2020 viel Herzblut investiert, um nach dem Auslaufen des Pachtvertrags für die bisherigen drei Plätze die Zukunft der Abteilung zu sichern. Und die­ hing zwischenzeitlich am seidenen Faden – etwa als die Materialkosten stiegen und der belastete Unterboden der alten Plätze teuer entsorgt werden musste, statt als Lärmschutzwall-Material verwendet werden zu können. „Wir sind der Stadt Halle sehr dankbar, dass sie uns nicht hängengelassen und 42.000 Euro nachfinanziert hat“, so Horstmann. Auch die Künsker Tennisspieler lassen ihren Verein nicht im Stich. Dieser wird unter anderem mit 1.100 Stunden Eigenleistung am Projekt beteiligt sein. Mitglieder haben beim Abbau der alten Anlage angepackt, unterstützen bei Bagger- und Elektroarbeiten, beim Pflastern oder bei der Bepflanzung des Lärmschutzwalls. Andere helfen bei der Sponsoren-Suche und haben das Projekt mit pfiffigen Ideen vorangebracht.

Stadt gibt 179.500 Euro, das Land NRW 66.001 Euro

So ersetzt ein 13.000 Euro teurer Übersee-Container das Clubhaus, das viel zu teuer gewesen wäre. Bei der Finanzierung kooperieren Verein und die Volksbank Halle mit einer Crowd­funding-Aktion (siehe Infobox). „Es haben Leute gespendet, die schon seit vielen Jahren nicht mehr in Künsebeck spielen oder längst ganz woanders wohnen“, freut sich Horstmann. Er hat zwei Wünsche, wenn am 1. Mai die neue Anlage mit drei Plätzen und dem Container „als kultureller Anlaufpunkt“ eröffnet wird: „Ich hoffe, dass sich unsere Mitglieder dort genauso wohl fühlen und wir mit dem Zusammenhalt, der unseren Verein auszeichnet, für Neu- oder Wiedereinsteiger eine gute Adresse bleiben.“ So ist in den vergangenen Jahren die Mitgliederzahl von 84 kontinuierlich auf 133 angestiegen, wie jüngst während der Jahreshauptversammlung zu erfahren war. Beachtlich ist auch die sportliche Aktivität: So gehen im Sommer 16 Teams in den verschiedenen Wettbewerben an den Start.

Hotel-Erweiterung: Jäckel plant mittel- bis langfristig

Der Umzug der Künsebecker Tennis-Spieler war nötig, weil die Plätze nicht mehr bespielbar waren. Ihre Renovierung wäre teuer geworden. Gleichzeitig konnte das Landhotel Jäckel bzw. die Familie Marten als Grundstückseigentümer nicht garantieren, dass am alten Standort direkt neben dem Landhotel ewig weiter gespielt werden kann. „Es ist kein Geheimnis, dass wir dort irgendwann eine Erweiterung in Erwägung ziehen. Aber die Fläche weiter hinten, auf dem nun die neue Anlage entsteht, konnten wir dem Verein für 20 Jahre verpachten“, spricht Andy Marten von einer Win-Win-Situation. Der Juniorchef, der selbst in Künsebeck Tennis spielt, räumt jedoch mit Gerüchten auf, dass ein Hotelausbau unmittelbar bevorsteht: „Da wird auch nächstes Jahr nichts passieren. Das sind mittel- bzw. langfristige Überlegungen.“ Und so wird zunächst ein Teil der bisherigen Tennisplätze eins und zwei als zusätzlicher Parkplatz für das Landhotel Jäckel und den Verein genutzt.