Kalkgeschichte ist allgegenwärtig

Gepostet in IGKB von Freddy am 17. März 2021

Wir schreiben das Jahr 1953. Künsebecker Kinder juchzen bei der Abfahrt in einer der Loren hinab vom Steinbruch über die heutige Bundesstraße 68 bis ins Dorf. Zu diesen Zeiten schon war Künsebeck geprägter Industriestandort. Kalk- und Mergelabbau waren die Hauptwahrzeichen neben den damaligen Dürkoppwerken. Noch heute thront der im Volksmund genannte „Silberne Ludwig“ über dem Dorf hinterm Deich als Wahrzeichen. „Was ist schon der Eiffelturm,“ schmunzelt Friederike Hegemann Vorsitzende der Interessengemeinschaft Künsebecker Bürger (IGKB). „Wir haben sowohl designtechnisch als auch ökonomisch einen viel ansehnlicheren Turm im Ort.“ Und das ist er auch noch heute – ökonomisch, denn immer noch wird im Steinbruch Müller gesprengt. Die Kalk Ära ist hier noch nicht beendet. „Die Interessengemeinschaft hat sich als Aufgabe gesetzt, durchaus neue Wege im Ort zu beschreiten, doch auch die Vergangenheit und Identität nicht zu vergessen“, erläutert Hegemann die Ziele und Projekte der IGKB. So entstand 2013 die Idee, den Kreisverkehr am Ravenna Park so zu gestalten wie er jetzt ist. Jörg Olaf Knufinke war der Initiator mit der zündenden Idee. Er entwarf die jetzige Installation. Und nicht nur das, höchstpersönlich fuhr Architekt Knufinke zweimal nach Tschechien nach Skalna (altes Tongrubenwerk) um die Loren, welche auf dem Kreisel stehen, zu erwerben und abzutransportieren. Nach langer Recherche stieß er auf das westfälische Freilichtmuseum in Lengerich auf Herrn Stieneker (Westfälisches Feldbahnmuseum) welcher ihm bei der Beschaffung der Loren half. Durch viele Sponsoren entstand 2016 einer der schönsten Kreisverkehre Ostwestfalens. Damit die Kalkgeschichte zumindest geschichtlich am Leben bleibt, hat die IGKB jetzt eine Infostele aufgestellt. Direkt am Kreisel können alle interessierten Fußgänger und Radfahrer ein Päuschen machen und etwas über die Geschichte des Kalkabbaus und die Lok auf dem Kreisel lernen.