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Bernadette La Hengst setzt in Künsebeck starke Ak …

Gepostet in IGKB von Freddy am 12. September 2026 Tags:

Zwei Stunden spielte, sang, erzählte und las Bernadette La Hengst am Freitagabend in Künsebeck. Ohne Pause und mit einer Energie, die den Saal des Gemeindehauses schnell in einen kleinen Konzertraum verwandelte.

Die Musikerin ist eng mit Ostwestfalen verbunden. Sie wuchs in Bad Salzuflen auf und lebt heute in Berlin. In den neunziger Jahren wurde sie als Sängerin und Gitarristin der Hamburger Frauenband „Die Braut haut ins Auge“ bekannt. Die Band gehörte zum Umfeld der sogenannten Hamburger Schule und behauptete sich damals sehr bewusst in einer stark männerdominierten Musikszene. Seit der Auflösung der Band im Jahr 2000 ist La Hengst solo als Musikerin, Autorin und Theatermacherin unterwegs.

In Künsebeck präsentierte sie eine besondere Mischung aus Lesung und Konzert. Persönliche Erinnerungen an ihren musikalischen Werdegang wechselten sich mit Geschichten über das Leben als Musikerin, gesellschaftliche Veränderungen und politische Haltung ab. Dabei machte La Hengst immer wieder deutlich, dass Popmusik für sie mehr sein kann als Unterhaltung. Ihre Texte verbinden Persönliches und Politisches, beschäftigen sich mit Feminismus, gesellschaftlicher Teilhabe, Krieg, Klimaschutz und der Frage, wie eine solidarische Gesellschaft aussehen könnte.

Gerade Stücke wie „Was nehm ich mit, wenn es Krieg gibt?“ bekamen dabei eine besondere Aktualität. Der bereits 1995 mit „Die Braut haut ins Auge“ veröffentlichte Song wurde von La Hengst nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine erneut aufgegriffen. Sie selbst beschreibt ihn als sehr persönlichen Anti-Kriegs-Song, der die schwierige Spannung zwischen dem Wunsch nach Frieden und dem Recht auf Selbstverteidigung thematisiert.

Auch „Wir sind die Vielen“ oder „Gib mir meine Zukunft zurück“ zeigten die große thematische Bandbreite des Abends. Mal humorvoll, mal laut, mal nachdenklich stellte La Hengst Fragen nach Zugehörigkeit, öffentlichem Raum, Zukunft und gesellschaftlicher Verantwortung.

Mit „Save the World“ wurde deutlich, dass ihr politisches Engagement längst über die Konzertbühne hinausgeht. Seit Jahren arbeitet La Hengst auch mit Kindern und Jugendlichen an Klimaschutzprojekten und komponierte unter anderem Songs für Projekte rund um die Weltklimakonferenzen.

Dabei blieb der Abend keineswegs bei ernsten Botschaften stehen. Songs wie „Der beste Augenblick“, „Warum ich so laut singen kann“ oder „Der langweiligste Junge der Welt“ sorgten immer wieder für Lachen und viel Nähe zwischen Künstlerin und Publikum.