Künsebeck - Das Dorf hinterm Deich
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Kultursommer Künsebeck 2022 (pac)
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Uneins über Ausbau des Ravenna-Parks

Gepostet in Allgemein von am 06. September 2013 Tags: , , , , , , , ,

Aus dem heutigen WESTFALEN BLATT / www.westfalen-blatt.de

Anlass für die kontroverse Diskussion über die künftige Gewerbeflächenentwicklung in Halle war ein Angebot aus Gütersloh, sich an einem künftigen interkommunalen Gewerbegebiet auf dem Gelände des bisherigen britischen Militärflugplatzes an der Marienfelder Straße zu beteiligen. In dieser Woche haben zudem alle Fraktionen des Gütersloher Stadtrates wie auch des Kreistages (ohne die Linke) ein gemeinsames Positionspapier zu der Konversionsfläche (Konversion meint Umwandlung) der britischen Princess Royal Barracks vorgestellt. Mit dem partei- übergreifenden Auftritt soll das gemeinsame Interesse an einer Weiterentwicklung zu einem interkommunalen Gewerbegebiet dokumentiert werden, wobei das Nebenein-ander der Nutzungen Natur und Landschaft, Gewerbe und Indus-trie, Regenerative Energie sowie Freizeit / Erholung vorgesehen ist.

Halles Fachbereichsleiter Jürgen Keil kann in dem Angebot aus Gütersloh keinen besonderen Nutzen für Halle erkennen. Er sieht die fehlende Anbindung an eine Autobahn kritisch und glaubt nicht, dass auf der Gütersloher Konversionsfläche ausreichend große Gewerbeflächen herauskommen, unter anderem, weil dort viel Wohnbebauung sei, was die Entwicklungschancen für Industrie einschränke. Seine Position: »Halle ist ein Industriestandort und wir sollten für künftige Erweiterungsmöglichkeiten unserer Unternehmen schon jetzt kämpfen.« Halle müsse sich auf die künftige Erweiterung des Ravenna-Parks konzentrieren, auch wenn die jetzt aus Düsseldorf vorgelegte neue Landesentwicklungsplanung neue Gewerbeflächen auf der grünen Wiese vielen neuen Einschränkungen unterwerfe. Er plädierte für ein klares Nein gegenüber einer Haller Beteiligung am Gewerbegebiet in Gütersloh.

Helga Lange (Grüne) sprach sich gegen ein Nein in Richtung Gütersloh aus. Sie hält es für einen Fehler, ausschließlich auf den Ravenna-Park zu setzen. Wolfgang Bölling (SPD) verwies auf die mit dem Landesentwicklungsplan verbundene Absicht, den Flächenverbrauch in NRW wirksam zu stoppen. »Die Möglichkeiten für neue Gewerbeflächen werden künftig auch in Halle nur sehr begrenzt sein. Der Flächenverbrauch wird so wie bisher nicht weitergehen können. Und das ist richtig«, unterstrich Bölling. Und Fraktionskollegin Ulrike Sommer ergänzte: »Es tut mir weh, wenn ich sehe, welchen Flächenverbrauch wir uns auch in Halle leisten.«

CDU-Fraktionschef Hendrik Schaefer sieht die Vorgaben im Entwurf des Landesentwicklungsplanes kritisch, dass Industrie künftig nur noch auf Konversions- und Altflächen angeboten werden kann. Daher solle man die Erweiterung des Ravenna-Parkes intensiv verfolgen, solange die Tür noch nicht zugegangen sei. Den Landesentwicklungsplan bezeichnete Schaefer als »wirtschaftlichen Hemmschuh und Wachstumsbremse«. Der SPD warf Schaefer vor, auf einem hohen Ross zu sitzen. Sie mögen doch bitte klar sagen, wenn sie in Halle keine Erweiterung mehr wollten.

Klaus-Peter Kuntze (FDP) sprach sich dafür aus, die Tür in Richtung Gütersloh noch etwas offen zu halten. Am Ende hieß die Kompromissformel: »Ein Interesse wird nicht grundsätzlich verneint, aber den Entwicklungsschwerpunkt sieht die Stadt Halle im Ravenna-Park«