Künsebeck - Das Dorf hinterm Deich
Künsebeck - Das Dorf hinterm Deich
Kultursommer Künsebeck 2022 (pac)
Kultursommer Künsebeck 2022 (pac)
Kultursommer Künsebeck 2022 (pac)
Kultursommer Künsebeck 2022 (pac)
Kultursommer Künsebeck 2022 (pac)
Kultursommer Künsebeck 2022 (pac)
previous arrow
next arrow

Sirsnīgs sveiciens

Gepostet in Allgemein, Lokalpolitik von Freddy am 01. Juni 2022

Fünfköpfige Delegation aus Valmiera zu Gast in HalleWestfalen

Bürgermeister Tappe: „Sehe viele Potentiale und Emotional rücken wir näher zusammen“

„Der Austausch hat uns wertvolle Impulse gebracht“ so Anne Rodenbrock-Wesselmann

Der erst Ende März in HalleWestfalen als Verein gegründete Freundeskreis Valmiera hat seine ersten Impulse, die Partnerschaft mit der lettischen Stadt Valmiera zu beleben, erfolgreich in die Wege geleitet. Beim Besuch der fünfköpfigen Delegation, rund um das Haller Willem-Stadtfest vom 24. bis 29. Mai, sind demzufolge bei mehreren Treffen und Gesprächsrunden zahlreiche Kontakte geknüpft worden und Bürgermeister Thomas Tappe empfing die Gäste gleich am ersten Tag zu einer offiziellen Begrüßung im Rathaus: „Städtepartnerschaften stehen für Frieden, Freundschaft und den Austausch neuer Ideen. Genau diese Dinge brauchen wir in diesen Tagen mehr denn je. Daher freut es mich umso mehr, dass wir unsere Freunde aus Valmiera nach so langer Pause und zahlreichen Videokonferenzen wir sie endlich persönlich begrüßen können.“

Eingeladen hatte die lettischen Gäste der Haller Freundeskreis Valmiera, der auch während der Besuchstage die Begleitung übernommen hatte. Erfreulicherweise wurden während des Aufenthalts bereits konkrete Pläne für das laufende sowie für das kommende Jahr entwickelt sind. Dabei kam auch recht Interessantes zu Tage. So zum Beispiel auf Grabsteinen des alten Haller Friedhofs an der Bahnhofstraße. Dort hat Liene Rockpelne, Leiterin der geschichtlichen Abteilung des Stadtmuseums von Valmiera, die gleichen Namen entdeckt wie in den Annalen ihrer Heimatstadt, die dort versehen mit dem Zusatz >eingewandert aus Westfalen< vermerkt sind. Das hat sie ebenso neugierig gemacht wie Andreas Germann, der der Historikerin das virtuelle Museum Haller Zeiträume vorgestellt hat. Hier die offene Frage: „Gab es etwa Auswanderer aus HalleWestfalen in Valmiera?“ Dieser Frage wollen beide gemeinsam auf den Grund gehen.

Wie sollen Touristen in HalleWestfalen, ebenso wie in Valmiera, in die Stadt geholt werden? Ein Thema, dass Timo Klack und Anne Prell (beide Stadtmarketing) mit ihrem Kollegen Toms Treimanis, der in Valmiera die Tourismusverwaltung leitet, diskutierten. Zumal die Gäste natürlich auch Eindrücke mitgenommen haben und die Organisation des Stadtfestes kennengelernt haben. Freundeskreis-Vorsitzende Anne Rodenbrock-Wesselmann war zeitgleich mit Sanita Loze, Leiterin der Jugendarbeit in Valmiera, in den weiterführenden Haller Schulen unterwegs und sie führten gemeinsame Gespräche mit Almuth Burghardt-Bader (Gesamtschule-Leiterin) über Möglichkeiten eines Schüleraustausches. Nach zwei Jahren Corona-Pause stießen sie dabei auf offene Ohren und auf Bereitschaft dies zu entwickeln.

Nach der Eröffnung des Stadtfestes mit dem Pflanzen des von der Volksbank gesponserten Partnerschaftsbaumes (wir berichteten) empfing Freundeskreis Mitglied Klaudia Defort-Meya die Delegation in der Kunstsparte der Haller Musikschule am Klingenhagen. Zwischen den beiden Kunstschulen war ja für 2020 schon ein gemeinsames Projekt verabredet. Toms Upners, Leiter der Kulturverwaltung, und seine für Kulturpolitik zuständige Stellvertreterin Liene Jakobsone, wollen auf lettischer Seite dazu beitragen, einen erneuten Versuch zu unternehmen.

Des Weiteren wurde auch auf musikalischem Gebiet mehr Zusammenarbeit verabredet. Kirchenmusikdirektor Friedemann Engelbert kann sich zudem eine Reise des Bachchors zum großen lettischen Sängerfest in Riga vorstellen. Schon im August wird es ein Wiedersehen geben mit Hannelore Petschulat, der Vorsitzenden des Sängerkreises Halle, die die Gesprächsrunde in der Remise vorbereitet hatte. Im Sommer wird eine Reisegruppe des Sängerkreises das Baltikum besuchen, dabei auch zusammen mit drei einheimischen Chören ein Konzert in Valmiera geben.

Halles Bürgermeister Thomas Tappe machte an den fünf Besuchstagen deutlich, dass er nicht nur „pro forma“ Mitglied im Freundeskreis-Vorstand ist, er nahm auch an mehreren Programmpunkten teil. Etwa am Vorbereitungstreffen für einen Jugendaustausch während der Sommerferien 2023, der gemeinsam mit dem deutsch-lettischen Freundeskreis in Borgholzhausen organisiert werden soll. In der Alten Lederfabrik stellte Halles Kulturmanagerin Jana Wieking die Städtische Galerie vor und bevor einige Künstler ihre Ateliers vorstellten, wurden die Gäste von Dieter Büsselberg mit einem Gläschen Wein begrüßt. Auch hier am Ende eine Idee die weiter entwickelt werden soll, gegenseitige und/oder gemeinsame Ausstellungen anzudenken. Dieser Kulturtag endete letztlich mit einer Führung durch das Wertheraner Böckstiegel-Museum.

Recht konkret wurde es im Übrigen am Stand des Freundeskreises aus der französischen Partnerschaftsstadt Ronchin. Hier soll es im kommenden Jahr bereits einen gemeinsamer Stand mit lettischen und französischen Produkten geben und Georg Major (Motor der Städtepartnerschaft in Ronchin) war sofort Feuer und Flamme. Außerdem könnten eine lettische Volkstanzgruppe und eine Rockband aus Valmiera das Programm bereichern. Die 1. Vorsitzende des Freundeskreis Valmiera, Anne Rodenbrock-Wesselmann, war jedenfalls mit dem Besuch sehr zufrieden: „Der Austausch mit unseren lettischen Freunden hat uns wertvolle Impulse gebracht und ich bin mir sicher, diese Ideen werden unserer Freundschaft intensivieren.“ Auch Bürgermeister Thomas Tappe zog ein positives Fazit am Ende der Besuchstage: „Der neu gegründete Haller Freundeskreis Valmiera hat einen großartigen Start hingelegt und unseren lettischen Gästen tolle Tage in HalleWestfalen bereitet. Dabei stand der kulturelle Austausch im Mittelpunkt. Hier sehe ich große Potenziale für zukünftige Kooperationen zwischen Künstlern, Musikern und Touristikern, die unsere Partnerstädte räumlich und vor allem auch emotional noch näher zusammenrücken lassen.“

Stadt und Haller Freundeskreis Valmiera begrüßen gemeinsam die Gäste aus der Partnerstadt Valmiera (stehend von links): Björn Hüllbrock (Stadt HalleWestfalen), Marceline Daukant (Partnerschaftsbeauftragte Stadt HalleWestfalen), Axel Reimers, Anne Rodenbrock-Wesselmann (beide Freundeskreis), Toms Treimanis (Tourismusleiter Valmiera), Toms Upners (Leiter Kulturverwaltung Valmiera), Klaus-Peter Schillig (Freundeskreis) sowie (sitzend von links) Liene Jakobsone (stellvertretende Leiterin Kulturverwaltung Valmiera), Liene Rockpelne (Leiterin Geschichte Museum Valmiera), Bürgermeister Thomas Tappe und Sanita Loze (Leiterin Jugendzentrum Valmiera). © Stadt HalleWestfalen