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Porta in Gütersloh? Oder doch A33-Künsebeck? …

Gepostet in Allgemein von Freddy am 16. Juni 2010 Tags: ,

Gütersloh. Dass Gütersloh beim Möbelangebot derzeit eher dürftig dasteht, bestreiten auch die Gutachter nicht. Die Pläne für das neue Porta-Einrichtungshaus halten sie allerdings für stark überdimensioniert. In einer Verträglichkeitsstudie halten die Sachverständigen daher eine „deutliche Reduzierung“ der Verkaufsfläche sowohl im Kernsortiment Möbel als auch bei den Teppichen für notwendig. Die Rede ist von 20 bis 40 Prozent. Auch das geplante Gartencenter wird in seinen Ausmaßen kritisch gesehen.

Die Gesamtverkaufsfläche des Möbelhauses soll, so das von der Stadt beauftragte Büro Junker und Kruse (Dortmund) nicht mehr als 28.950 Quadratmeter betragen. Bisher waren 35.000 qm vorgesehen. Die Obergrenze für Möbel ziehen die Experten bei 23.650 qm (geplant: 29.560). Das Teppich-Sortiment soll auf eine Fläche von 1.120 qm (1.400) beschränkt werden.

Laut Gutachten stehen die vorliegenden Pläne weder in Einklang mit dem Landesentwicklungsprogramm noch mit den Vorgaben des regionalen Einzelhandelskonzepts für OWL. Denn aufgrund eines Kaufkraftentzugs könnten schädliche Auswirkungen auf das Oberzentrum Bielefeld und das Mittelzentrum Rheda-Wiedenbrück nicht ausgeschlossen werden.

Die Gutachter verweisen in diesem Zusammenhang auf die maximal zulässige Umsatz-Kaufkraft-Relation von 100 Prozent. Der für Porta prognostizierte Umsatz im reinen Möbel-Geschäft beträgt demnach 34 bis 44 Millionen Euro; das Kaufkraftpotenzial in der Stadt Gütersloh jedoch lediglich 29 Millionen Euro. Insofern seien die Kriterien zur Größendimensionierung nicht erfüllt.

Negative städtebauliche Auswirkungen auf zentrale Versorgungsbereiche in Gütersloh selbst wurden zwar ausgeschlossen. Allerdings kämen auf die Geschäfte in der Innenstadt Umsatzeinbußen von 12 Prozent in der Branche Haushaltswaren zu. Porta solle daher das geplante Angebot in diesem Segment um 40 Prozent reduzieren.

Ãœberdies ist nach Darstellung der Gutachter eine „erhebliche Verschärfung“ der bereits stark ausgeprägten Wettbewerbssituation nach der vorgesehenen Ansiedlung eines Gartencenters (Brockmeyer) zu erwarten. In Anbetracht des guten vorhandenen Angebots sei kein Bedarf für eine größere Neuansiedlung erkennbar. Wie berichtet, will Brockmeyer eine Filiale mit 7.850 qm neben dem Möbelhaus errichten. Die Gutachter regten eine „sehr sorgfältige Abwägung“ der Vor- und Nachteile sowie eine verkleinerte Variante an.

Die Stadt sieht in dem Gutachten freilich keinen Grund, die Pläne abzuspecken. „Dieser Empfehlung wird nicht gefolgt“, heißt es in einem Beschlussvorschlag für den morgen tagenden Planungsausschuss. In der Begründung heißt es unter anderem, dass das vorhandene Möbelangebot in Gütersloh deutlich unterentwickelt sein. Und die Lage verschärfe sich noch, wenn – wovon auszugehen sei – das derzeit zwischengenutzte Möbelhaus Wellerdiek mit 6.000 qm Verkaufsfläche endgültig schließe.

Ziel sei es, ein marktgängiges Möbelhaus anzusiedeln, damit die Stadt ihrer mittel- und teilweise oberzentralen Funktion gerecht werden könne. Zudem sei die tatsächliche Kaufkraft in der Stadt höher als im Gutachten dargelegt. Zu berücksichtigen seien schließlich auch die hier lebenden mehreren tausend Angehörigen der britischen Streitkräfte.

Stadtbaurat Josef E. Löhr bezeichnete den Kaufkraftabzug aus umliegenden Kommunen als keineswegs unzumutbar, Schließlich handle sich es sich im Wesentlichen um „Rückverteilungen“ von Kaufkraft, die bislang aus Gütersloh abfließt. Die Geschäftsführung von Porta gab gestern auf Anfrage keine Stellungnahme ab.

Die Sitzung des Planungsausschusses beginnt am am Donnerstag um 17 Uhr im Ratssaal.

Quelle: www.nw-news.de / Neue Westfälische