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Nein zu Wellington im Ravenna-Park

Gepostet in Allgemein von am 29. August 2013 Tags: , , , , ,

a19449492i11_320xDas Modeunternehmen Gerry Weber soll nicht alleine mit seinem Outletcenter in den Ravenna-Park umziehen dürfen. Einen Platz in Halle fordert jetzt auch die Bekleidungsfirma Wellington Clothing GmbH, die bereits in Brockhagen ein Outlet neben Gerry Weber betreibt. Die Haller Verwaltung aber gibt dem Ansinnen keine Chance.

Modeunternehmer Michael Meyer zu Erpen führt als Geschäftsführer die Firma Wellington Clothing mit Hauptsitz an der Wertherstraße in Bielefeld. Zusätzlich betreibt das Unternehmen in Steinhagen-Brockhagen auf zwei Grundstücken in relativer Nähe zum Outlet von Gerry Weber zwei weitere Fabrikverkäufe. Der große Gerry-Weber-Outlet mit durchschnittlich etwa 2000 Besuchern täglich übt dabei auch auf seine Nachbarbetriebe eine erhebliche Anker- oder auch Magnetwirkung aus.

Das Ansinnen, sich ebenfalls im Ravenna-Park in größtmöglicher Nähe zum Gerry Weber Outlet anzusiedeln, hat die Firma Wellington bereits im Juli im Rathaus Halle vorgetragen und eine erste Absage durch die Bauverwaltung erhalten. Gestern verbreitete die Firma über den Bielefelder Rechtsanwalt Burkhard Zurheide eine Pressemitteilung, in der ihrem Anliegen Nachdruck verliehen wird. Wellington würde demnach gerne ein Grundstück in einer Größe von 6000 Quadratmeter erwerben, um dort ein Verwaltungsgebäude (200 Quadratmeter), eine Lagerfläche (500 Quadratmeter) und ein Gebäude für Einzelhandel-Fabrikverkauf (2000 Quadratmeter) zu realisieren. Michael Meyer zu Erpen sagte dem WB, dass er auch bereit wäre seinen Firmensitz von Bielefeld nach Halle zu verlegen, wo ohnehin die Grundstücke und die Gewerbesteuer günstiger seien.

 

Meyer zu Erpen ist auch bereit die Kosten zu tragen, die aus einer weiteren Änderung des Bebauungsplanes für den Ravenna-Park entstehen. Grundsätzliche Bedenken können nach Argumentation von Anwalt Zurheide nicht bestehen, denn mit der Zulassung des Fabrikverkaufs der Gerry Weber AG werde der ursprünglich beabsichtigte Charakter eines reinen und uneingeschränkten Gewerbegebietes ohnehin aufgegeben.

 

Wellington habe kein durchsetzbares »Recht auf Gleichbehandlung«, räumt Zurheide ein. Es werde lediglich darum gebeten, die negativen Folgen unbestreitbar richtiger und rechtlich nicht zu beanstandener Entscheidungen (Verlagerung Outlet Weber) für Wellington in den Blick zu nehmen und zu vermeiden.

 

Jürgen Keil, Fachbereichsleiter im Haller Rathaus, will dem Unternehmen Wellington keine Hoffnung machen. Die Genehmigung des Outletcenters von Gerry Weber sei ein absoluter Ausnahmefall, da es sich um eine 1:1-Verlagerung über wenige Kilometer mit sinnvollen Anschluss an ein neues Logistikzentrum handele. Damit werde das Gerry-Weber-Outlet in seinen Entwicklungsmöglichkeiten, die es in Brockhagen weiterhin gehabt habe, sogar erstmalig in der Größenordnung begrenzt, erläutert Keil dem WB. Weiterer Einzelhandel im Gewerbe- und Industriegebiet Ravenna-Park sei nun nicht mehr möglich, aber auch von der Stadt nicht gewollt. Die rechtlichen Hürden, die der neue Landesentwicklungsplan vorgebe und Einzelhandel nur noch für Zentren vorsehe, seien ohnehin für Halle nicht zu überwinden. Aus diesem Grund, so Keil, habe er zwei weitere Anfragen für Einzelhandel im Ravenna-Park bereits abschlägig beschieden. Gleichwohl soll das Thema Wellington noch einmal in den Haller Planungsausschuss am 8. Oktober.