Künsebeck - Das Dorf hinterm Deich
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Kultursommer Künsebeck 2022 (pac)
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Lastwagen in der 30er Zone

Gepostet in Allgemein von am 29. Oktober 2013 Tags:

e408619ad2Alle fünf Minuten rollte zuletzt ein Lastwagen über die Flurstraße. Damit ist jetzt Schluss. Straßen.NRW erklärte nach Protesten der Anwohner, den Baustellenverkehr über diese Straße einzustellen.

„Da kommt der nächste.” Petra Wind zeigt aus dem Esszimmerfenster hinaus. Ein blauer Kipplaster rumpelt die Flurstraße entlang. Alle fünf Minuten, so schätzt das Ehepaar Wind, wiederholt sich dieser Vorgang. „Seitdem der Kreisel in Künsebeck freigegeben ist, ist es besonders schlimm geworden”, sagt Thilo Wind. Die Lage zwischen den Baustellen für Autobahn und Entlastungsstraße hat die Flurstraße zum frequentierten Anlieferungsweg gemacht. Dabei dürfte hier gar kein Schwerlastverkehr fahren.

Als die Winds vor 13 Jahren ihr Haus im Flurwinkel gebaut haben, war weder von Gewerbepark noch von Entlastungsstraße die Rede. „Uns war klar, dass die A 33 kommt. Damit könnten wir ja leben”, sagt Petra Wind. Nun aber wird etwa 200 Meter entfernt, parallel zur Flurstraße, die Entlastungsstraße gebaut, dahinter entsteht der Ravenna Park. Statt auf weidende Schafe blicken die Winds und ihre Nachbarn bald auf Industrie- und Gewerbeflächen. „Hätten wird das damals gewusst, hätten wir hier sicher nicht gebaut”, erklärt das Ehepaar.

Seit einem halben Jahr nun nimmt der Schwerlastverkehr auf dem Zone-30-Weg permanent zu. „Dabei hatte uns die Stadt Halle zugesagt, dass kein Baustellenverkehr über die Flurstraße laufen wird”, sagt Petra Wind und fügt mit einem Blick zum Fenster resignierend hinzu: „Da, schon wieder einer.”

Nachdem der Zulieferverkehr für die in städtischer Regie entstehende Entlastungsstraße inzwischen nicht mehr die Flurstraße benutzt, sind es nun noch ausschließlich Laster für die etwa 500 Meter entfernte Baustelle am Schnatweg, die diese Route benutzen. Hier ist Straßen.NRW der Bauherr.

„Die Stadt Halle hat gesagt, es läge nicht in ihrer Zuständigkeit. Straßen.NRW sei dafür verantwortlich”, sagt Petra Wind. Dass die starke Verschmutzung mit Baustellensand und Steinen dazu führt, dass die Fahrzeuge der Flurstraßen-Anwohner immer häufiger gewaschen werden müssen, dass die Pflasterung vor den Häusern ebenso verschmutzt ist wie die Straße und dass es inzwischen angesichts des von den Lkw aufgewirbelten Staubes kaum noch möglich ist, im Garten Wäsche aufzuhängen, daran haben sich die Winds zähneknirschend gewöhnt. Darüber hinaus aber fürchten die Anwohner, irgendwann für die unverhältnismäßig große Belastung der Flurstraße durch Kipplaster und schwere Fahrzeuge, die Bagger oder Raupen transportieren, zu Kasse gebeten werden. „Wenn die Straße kaputt ist, wird Straßen.NRW sich davon nichts annehmen. Dann repariert die Stadt und wir, die Anwohner, müssen dann für die Renovierung zahlen”, sagt Thilo Wind.

Es ärgert den 51-Jährigen, dass sich bislang offensichtlich niemand für die Sorgen und Bedenken der Anwohner zuständig fühlte. Die Stadt verweist auf Straßen.NRW und wer dort der richtige Ansprechpartner ist, war für die Bewohner nur schwer in Erfahrung zu bringen.

»Die Anwohner beschweren sich zu Recht«

Ein Anruf des Haller Kreisblattes bei der Regionalvertretung von Straßen.NRW in Bielefeld sorgte innerhalb von 15 Minuten für Klarheit. „Die Anwohner beschweren sich zu Recht. Im Bauvertrag zwischen der Baufirma und Straßen.NRW ist vereinbart worden, dass die Flurstraße nicht als Lieferweg für die Baustelle genutzt werden darf”, erklärte Sprecher Sven Johanning. Er versprach, die Baufirma umgehend davon in Kenntnis zu setzen, dass ab sofort die Anlieferung nur noch über die B 68 und den Schnatweg erfolgen darf.