Grüne machen neue Rechnung für Faulung auf
Gepostet in Allgemein von Freddy am 09. April 2010 Tags: Allgemeines, Kläranlage
Mehr Klimaschutz und dennoch weitestgehend gebührenneutral – die Haller Grünen wollen mit einem neuen Antrag zum Faulturm für die Kläranlage in Künsebeck quasi zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zur Erinnerung: In der jüngsten Bauausschusssitzung stimmte eine knappe Mehrheit für die Faulungsanlage. Vorbehalte gab es wegen einer befürchteten Gebührenerhöhung durch die Investition in Höhe von drei Millionen Euro. Nach Berechnungen der Verwaltung würde die Abwassergebühr zunächst von 1,65 Euro auf 1,76 Euro steigen – 5,30 Euro Mehrkosten im Jahr pro Durchschnittsgebührenzahler (mit 50 Kubikmeter). Die Gebühr für Niederschlagswasser würde pro zehn Quadratmeter versiegelte Fläche von 7,80 auf 7,97 Euro klettern. Die Grünen machen jedoch eine andere Rechnung auf und haben für die Ratssitzung am kommenden Mittwoch einen ungewöhnlichen Antrag formuliert. Trotz der knappen Mehrheit für einen Faulturm soll der Punkt jetzt von der Tagesordnung genommen und zur Beratung zurück in den Ausschuss verwiesen werden. Ratsherr Dieter Jung und Fraktionssprecherin Helga Lange begründen dies mit fehlenden Informationen über die Auswirkungen auf den Gebührenhaushalt. »Wir haben die Idee, dass man die Abschreibung berücksichtigen muss«. Insgesamt habe die Stadt 9,1 Millionen Euro für die Haller Kläranlagen investiert. Bis eine Faulungsanlage gebührenwirksam werde, würden diese Investitionskosten zu 95 Prozent abgeschrieben sein. Weil die Anlagen jedoch technisch in einem Zustand seien, dass sie weit über den Abschreibungszeitraum hinaus ihren Dienst erfüllen könnten, sei es sinnvoll, diese Abschreibung der realistischen Betriebsdauer anzupassen. Jung: »Wenn die jährliche Summe von 123 000 Euro extrem gesenkt wird, kann es uns gelingen, die Kläranlage zu modernisieren, ohne dass das der Gebührenzahler zu spüren bekommt.« »Es geht nicht mehr lange, dass wir den Mist aufs Feld bringen können«, warnt Helga Lange davor, den Zeitpunkt für eine notwendige Investition zu verpassen , jetzt so zu verdünnen, dass Grenzwerte passen und möglicherweise später draufzubezahlen. Heute arbeiteten fast alle Kommunen im Kreis mit Faulgasanlagen. Lediglich die Klärwerke in Werther, Borgholzhausen, Herzebrock und Langenberg verfügten noch nicht über einen Faulturm, der die Schlamm-Menge um etwa ein Drittel reduziere. Das wären für Halle mindestens 36 Lkw-Züge weniger zur Abfuhr.
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Quelle: www.westfalen-blatt.de / kg
