Künsebeck - Das Dorf hinterm Deich
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Kultursommer Künsebeck 2022 (pac)
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„Steht auf für Gerechtigkeit“

Gepostet in Allgemein von Freddy am 05. März 2012 Tags: , , ,

„Steht auf für Gerechtigkeit“ rufen uns die Frauen aus dem südostasiatischen Malaysia zu. Ihr Gottesdienst zum Weltgebetstag (WGT) wurde am Freitag, den 2. März 2012, in über 170 Ländern der Erde gefeiert. Malaysierinnen unterschiedlicher christlicher Konfessionen ermutigen uns darin, gemeinsam mit ihnen für Gerechtigkeit einzutreten. Auch im Gemeindehaus Künsebeck trafen sich mehr als 20 Frauen verschiedener Konfessionen und verschiedenen Alters um sich über das exotische Land und die dortigen Lebensbedingungen der Menschen und vor allem der Frauen zu informieren und zu diskutieren. Malaysia ist ein Land, dessen rund 27 Mio. Einwohnerinnen und Einwohner unterschiedliche ethnische, kulturelle und religiöse Wurzeln haben. Die Regierung des südostasiatischen Landes versucht mit allen Mitteln, Einheit und Stabilität zu erhalten. Der Islam ist in Malaysia Staatsreligion. Alle Malaiinnen und Malaien sind von Geburt an muslimisch. Chinesisch-stämmige und indisch-stämmige Menschen, indigene Völker und Menschen anderer Herkunft gehören größtenteils dem Buddhismus, Hinduismus, Christentum und anderen Religionen an. Für sie gilt nur theoretisch Religionsfreiheit. Immer wieder kommt es jedoch zu Benachteiligungen der religiösen Minderheiten und zu politisch-instrumentalisierten Konflikten. So versucht man z.B. durchzusetzen, dass der Gottesname „Allah“ den Muslimen vorbehalten bleibt und Christen den Vater Jesu Christi nicht öffentlich, wie sie es gewohnt waren, „Allah“ nennen dürfen. Die Weltgebetstagsfrauen haben in ihrer Liturgie einen Weg gefunden, Ungerechtigkeiten, die „zum Himmel schreien“, anzuprangern: Sie lassen die Bibel sprechen. Beharrlich sein und aktiv werden für Gerechtigkeit – im Gottesdienst der Frauen aus Malaysia erlebten wir dafür inspirierende Beispiele: den Propheten Habakuk, eine namenlose Witwe, die malaysische Menschenrechtsaktivistin Irene Fernandez und die Menschenrechtsorganisation Tenaganita (Deutsch: „Frauenstärke“). Und immer wieder gab es Gelegenheit, sich zu fragen: Wo setzen sich Menschen bei uns für Gerechtigkeit ein? Denn auch wir müssen uns einmischen, wenn Menschenrechte missachtet werden. Im Künsebecker Gottesdienst geschah dies am Beispiel des friedlichen Widerstands gegen Rechtsradikalismus, wie wir ihn auch an Heiligabend 2011 in Bielefeld bei der Gegendemonstration zum Nazi-Aufmarsch erlebten. Mit einer bunten Vielfalt aus Liedern, Gebeten und Fürbitten für die Frauen aus Malaysia erlebten die Künsebeckerinnen zwei sehr eindrucksvolle Stunden frei nach dem Motto des Weltgebetstags: „Informiert Beten – betend Handeln“ in denen sie einiges über die Missstände in dem für sie fremden Land lernten. Zum Abschluss gab es noch ein landestypisches Essen mit Ananassalat, Reis und Hühnchen und selbstgebackenen Bananencrepes von Küsterin Ingrid Diekmann Vemmer.