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Dank Erbschaft kann Pflegedienstleister Standort v …

Gepostet in Allgemein von am 12. November 2015 Tags:

a69297359i0018_320xQuelle: WESTFALEN BLATT / www.westfalen-blatt.de

Von Klaudia       Genuit-Thiessen

 

Halle(WB). Eine Geschichte wie aus dem Märchen: Sie beginnt mit den Worten »Es war einmal eine alte Dame«. Die in diesem Jahr verstorbene Steinhagenerin hat ihr Vermögen dem Verein Lebensbaum Soziale Hilfen vermacht. Dank dieser Erbschaft gibt es auch für das Restaurant Achmann’s im alten Bahnhof Künsebeck eine Zukunft. Diesem drohte vor kurzem noch die Zwangsversteigerung des Hauses.

 

»Das ist wirklich eine glückliche Fügung: Wir haben zum ersten Mal geerbt«, freut sich Lebensbaum-Geschäftsführerin Sybille Florschütz (53), dass sich damit auch für den 1986 gegründeten Pflegedienstleister im Hauptsitz an der Borgholzhausener Straße 113 in Werther ein Platzproblem löst.

 

Der Reihe nach: Vor zehn Jahren gefiel der Steinhagenerin Charlotte Schlemme die Idee des Lebensbaumes ebenso wie die Tatsache, dass er von einer Frau geleitet wird, so gut, dass sie die Erbschaft in ihrem Testament absicherte. Die alleinstehende Steinhagenerin lebte auch in hohem Alter noch allein. Nur in ihren letzten Tagen benötigte sie selbst Pflege und Begleitung. Mit 93 Jahren verstarb sie daheim.

 

Die Erbschaft versetzt den Lebensbaum in die Lage, Ausschau nach einer Alternative für den Standort Steinhagen zu suchen. Denn »an der Bielefelder Straße ist es inzwischen viel zu klein, und uns fehlen dort auch Parkplätze«, schildert Sybille Florschütz. Zwei Objekte, die möglicherweise in Frage gekommen wären, hatten sich bereits zerschlagen, als sie Anfang Oktober in ihrem Lieblings-Restaurant Achmann’s in Künsebeck vom Versteigerungstermin am 4. Dezember hörte.

 

»Wir haben Post vom Amtsgericht erhalten, dass der alte Bahnhof samt Wohnhaus und Scheune unter den Hammer kommen sollte und haben einen großen Schreck bekommen«, berichtet Tillmann Schulte. Der 34-Jährige und sein Partner Achim Ellinger (32) betreiben das Achmann’s seit drei Jahren. Sie befürchteten, dass sie das Restaurant bei einem Eigentümerwechsel nicht länger hätten dort betreiben können.

 

Der frühere Hof samt Bahnhofsgebäude ist zwischen 1880 und 1900 erbaut worden. Der Verkehrswert des Anwesens auf einem knapp 3000 Quadratmeter großen Grundstück beträgt 331 000 Euro. Die an Schulte und Ellinger verpachtete Gaststätte selbst hat eine Nutzfläche von 165 Quadratmetern. »Wir wollten die Zwangsversteigerung abwenden und haben uns deshalb direkt mit dem früheren Besitzer getroffen. Schließlich gibt es einen Wahnsinns-Renovierungsbedarf«, berichtet die Lebensbaum-Geschäftsführerin. Erst am Montag wurde der Vertrag unterzeichnet. Bis Ende Februar ist das Anwesen bewohnt. Dann können die Handwerker anrücken, wenn auch der Kreis Gütersloh der Nutzungsänderung zustimmt.

 

In dem knapp 100 Quadratmeter großen Wohnteil im Wirtschaftsgebäude will der Lebensbaum Büros einrichten. Die große Scheune soll künftig als Versammlungs- und Fortbildungsraum für 40 Personen dienen Und draußen gibt es »genial viel Platz«, auch um 12 oder 13 Lebensbaum-Fahrzeuge über Nacht abzustellen. Sybille Florschütz: »Und Mitarbeiter ohne eigenes Auto können hierher ja auch gut mit der Bahn kommen.«

 

Für Renovierung und Umbau des Anwesens rechnet sie mit einem Jahr. Etwa 200 000 Euro wird der Lebenbaum in die Modernisierung des Altbaus investieren. »Auch für uns zeichnen sich dadurch neue Chancen ab«, sieht Tillmann Schulte Möglichkeiten für eine Verlegung und/oder Vergrößerung des Biergartens. Zwei Wohnungen im alten Bahnhofsgebäude stehen noch leer. Ihre Nutzung ist derzeit Zukunftsmusik.