Veröffentlicht von Westfalen Blatt Am 15 - Februar - 2017

Quelle: WESTFALEN BLATT / www.westfalen-blatt.de

Badegäste auf zwei oder vier Beinen sind wohl nicht gern gesehen. Doch wenige Meter hinter dem Kreisverkehr in Künsebeck könnte sich demnächst ein idyllisches Fleckchen mit durchaus einladendem Charakter entwickeln.

Die Straße Ravenna-Park und die Flurstraße begrenzen ein Regenrückhaltebecken, das im Herbst und Winter entstanden ist. Seine Aufgabe: Es soll den Künsebecker Bach entlasten. Denn der war insbesondere bei starken Regenfällen schon oft überlastet, was auch die unterhalb des Künsebecker Weges liegenden Standorte schon zu spüren bekommen haben. Mehr als 270 000 Euro lassen sich Stadt und Firma Baxter die Retentionsfläche kosten. Abteilungsleiter Eckhard Hoffmann: »Baxter hat eine eigene Kläranlage. Das dort gereinigte Abwasser schickt es dann zum Rückhaltebecken.«

Ausgehoben worden sind insgesamt 11 500 Kubikmeter Boden, obwohl für die eigentliche Rückhaltung nur 1600 Kubikmeter benötigt werden. Insgesamt ist das Becken etwa drei Meter tief geworden. Wobei dass Wasser nur auf etwa 75 Zentimeter eingestaut werden soll. Bei Hochwasser springt erst die Nachbarfläche an, dann wird das neue Becken geflutet. Es ist für ein sogenanntes fünfjähriges Regenereignis ausgelegt – einen so starken Guss, wie er rechnerisch nur alle fünf Jahre einmal vorkommt.

Die Böschung ist sehr flach gestaltet. Eckhard Hoffmann: »Wir überlassen das Gelände quasi der Natur – wie bei dem Hochwasser-Rückhaltebecken nebenan. So entsteht dort ein schöner Naturraum«.

Die Schönheit des Areals ist allerdings nicht der Grund für die gewaltigen Bodenbewegungen, die zum Teil auch in Verbindung mit dem Bodenmanagement beim Bau der A 33 stehen. Nach den Worten von Eckhard Hoffmann macht es den Wasserzustrom im Bach gleichmäßiger. Denn bevor das Wasser in den Künsebecker Bach fließt, wird es im durchströmten Damm, in dem es eine Kiespackung gibt, erneut gefiltert. Durch den Bewuchs des Dammes wird eine zusätzliche Reinigungswirkung erzielt. »Damit haben wir eine hydraulische und eine stoffliche Entlastung für den Künsebecker Bach«, unterstreicht Eckhard Hoffmann. Badewasserqualität habe das Wasser dann noch immer nicht, meint er schmunzelnd. Damit weder Spaziergänger noch Schlittschuhläufer die Fläche erobern, hat die Stadt das Gelände eingezäunt.

Im Einzelnen setzen sich die Kosten zusammen aus 190 000 Euro für die Gestaltung des Beckens, 63 000 Euro fürs Anlegen der Lärmschutzwälle sowie 18 500 Euro für das Gewässer.