Planung für Ravenna-Park schreitet voran

Posted by Haller Kreisblatt On April - 26 - 2012

Halle (AG). Wichtige Etappen auf dem Weg zum Ausbau der Position als führender Industriestandort im Altkreis meistert die Stadt Halle in diesen Tagen. Am Dienstag wurde im Planungs- und Stadtentwicklungsausschuss ein außerordentlich umfangreiches Paket von »Anregungen« zum Bebauungsplan Nr. 56 – besser bekannt als Ravenna-Park – abgearbeitet. Vor allem grundlegende Kritik an der Planung wurde mit ganz eindeutiger Mehrheit der Politik zurückgewiesen. Im Zuge der sogenannten Offenlage der Planungen für das Industriegebiet an der Autobahn südlich von Künsebeck wurde mittel- und unmittelbar betroffenen Bürgern die Gelegenheit gegeben, zu den Planungen der Stadt Halle Stellung zu beziehen. Das Bauamt der Stadt und Planer Dirk Tischmann sahen sich daraufhin mit einer Vielzahl von Einwendungen konfrontiert. Jede einzelne dieser Stellungnahmen muss behandelt und »abgewogen « werden. Hinter diesem Fachbegriff verbirgt sich das Recht der Bürger, mit ihren Einwendungen ernst genommen zu werden. Das ist allein schon deshalb nötig, damit die Planung nicht in einem immerhin möglichen Gerichtsverfahren zu Fall gebracht werden kann. Um bei der Vielzahl von ablehnenden Stellungnahmen gegen das interkommunale Gewerbegebiet überhaupt zielgerichtet arbeiten zu können, waren die Argumente der Gegner nach Themenfeldern geordnet. Ein zentraler Kritikpunkt aus Sicht der Bürger, die ihre Stellungnahmen selbst formuliert oder auch Rechtsanwälte damit beauftragt hatten, ist die grundlegende Frage nach der Notwendigkeit eines derart großen Industriegebiets. Doch die daraus abgeleiteten Argumentationen fanden bei den Politikern fast aller Parteien keine Resonanz mehr. Lediglich die STU sprach sich gegen etliche Einzelpunkte aus, ansonsten fielen die Entscheidungen einstimmig. CDU, SPD, FDP, Grüne und UWG sind sich einig. Dabei gibt es zwei Argumentationslinien: Zum einen wird darauf verwiesen, dass es vielleicht für die Stadt Halle allein, aber aus Sicht des Landes Nordrhein- Westfalen sehr wohl einen Bedarf an Flächen gebe, die für nach industriellen Maßstäben produzierende Betriebe benötigt werden. Diese Notwendigkeit wurde im Änderungsverfahren für den Regionalplan eindeutig bejaht. Auf dieser bei der Bezirksregierung in Detmold angesiedelten Entscheidungsebene wurde auch beschlossen, dass es auch Sicht des Landes sinnvoll ist, wenn Halle die Städte Werther und Gütersloh mit ins Boot nimmt. Die Lage direkt am Autobahnzubringer hat dazu sicher nicht unwesentlich beigetragen. Und aus dieser Lage ergibt sich auch die zweite wichtige Argumentationslinie. Denn die Fertigstellung der Autobahn bis zur Aufmündung Schnatweg lässt eine starke Zunahme des Verkehrs erwarten. Diese Zunahme aber kann von der Stadt Halle nur durch den Bau einer Entlastungsstraße bewältigt werden. Unterbliebe dieser Bau, sähe sich Halle, vor allem aber auch Künsebeck, mit erheblichen neuen Verkehrsbelastungen konfrontiert. Rechtzeitig verwirklichen lässt sich eine solche Straße aber wohl nur, wenn sie im Zuge eines Bebauungsplanverfahrens geplant wird. Der Weg dafür ist jetzt frei und soll am Mittwoch, 2. Mai, ab 17.15 Uhr im Rathaus bei der Sitzung des Bau- und Verkehrsausschusses weiter beschritten werden.

Quelle: Haller Kreisblatt 26. April 2012

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Ravenna-Park beschäftigt Politik der Stadt Halle

Posted by Haller Kreisblatt On April - 17 - 2012

Ganz dicke Bretter zu bohren oder besser gesagt, ganz dicke Aktenstapel zu bearbeiten ist die Aufgabe der Haller Kommunalpolitik in den nächsten knapp zwei Wochen. Das alles beherrschende Thema in den Sitzungen mehrerer Ausschüsse ist das Industriegebiet Ravenna-Park. Im Mittelpunkt steht dabei die Auseinandersetzung der Politiker mit den zahlreichen Einwendungen gegen das geplante Großprojekt an der A 33-Auffahrt in Künsebeck. Der Anfang wird dabei bereits heute Abend im Bau- und Verkehrsausschuss gemacht. Ab 17.15 Uhr wird im Sitzungssaal des Rathauses der Entwurf der Entlastungsstraße vorgestellt. Diese Straße dient zwar zunächst vor allem dem Zweck, den Verkehr von der Autobahn bei Fertigstellung des Abschnitts Steinhagen aufzunehmen, um ihn dann über Bokel an Halle entlang zu leiten, doch ist sie darüber hinaus auch die zentrale Erschließung des 42-Hektar-Gewerbegebiets. In der Sitzung soll aber auch gezeigt werden, wie sich derzeit die Lage der übrigen Erschließungsstraßen darstellt. Schließlich müssen die unterschiedlichen Teile des Gebietes dem Verkehr zugänglich gemacht werden. Die Schwierigkeit ist dabei, dass die Detailplanungen sich als nicht zu den Interessen der Grundstückskäufer passend herausstellen können und eventuell wieder geändert werden müssen. An der großen Linie, an der Autobahn ein großes Gewerbegebiet entstehen zu lassen, will die ganz große Mehrheit der Parteien im Rat nichts mehr ändern. Gleichwohl müssen sich die Politiker mit den Argumenten der Gegner des Ravenna-Parks sehr genau auseinandersetzen. In der kommenden Woche passiert das auf zwei Ebenen, wobei sich für die beteiligten Verwaltungs- und Ausschussmitglieder eine gute Chance auf Überstunden abzeichnet. Denn so groß wie die Begeisterung in Verwaltung und Politik für die Planung des Ravenna- Parks ist: Der Widerstand gegen das Projekt in Form von detaillierten, oft auch mit Hilfe von juristischem Beistand verfassten Stellungnahmen ist außerordentlich. Das zeigte sich bereits in der Vergangenheit und wird auch bei den beiden Sitzungen in der nächsten Woche wieder deutlich erkennbar sein. Am Dienstag, 24. April, geht es im Planungs- und Stadtentwicklungsausschuss um den Bebauungsplan für das interkommunale Gewerbegebiet Ravenna Park. Im Rahmen der sogenannten Offenlage konnten Bürger ihre Einwände und Bedenken sowie mögliche Anregungen zu den Plänen deutlich machen. Über die Einwendungen muss jeweils detailliert beraten und abgestimmt werden. Getagt wird ab 17.15 Uhr im Schulzentrum Masch, um auch bei stärkerem Publikumsinteresse genügend Platz bieten zu können. Einen Tag später, am Mittwoch, 25. April, soll ebenfalls ab 17.15 Uhr wieder der Sitzungssaal im Rathaus reichen, wenn es im Haupt- und Finanzausschuss aus einem anderen Blickwinkel um das Thema Ravenna- Park geht. Dann steht die Änderung des Flächennutzungsplans auf der Tagesordnung. In dieser übergeordneten Planungsebene geht es eher um grundsätzliche Fragen, während Details eher im Bereich der Aufstellung des Bebauungsplans behandelt werden. Alle Sitzungen zu dem Thema sind öffentlich. Die Einwender haben aber kein grundsätzliches Rederecht, sondern können die Diskussion nur verfolgen. Die Politiker können allerdings beschließen, dass in einem Teil der Sitzung auch Zuhörer zu Wort kommendürfen.

Quelle: www.haller-kreisblatt.de / Haller Kreisblatt/ 17.April 2012

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Ende der Einwendungszeit am Freitag

Posted by admin On Februar - 6 - 2012

Der Countdown läuft, bis Freitag, den 10.2. können noch Einwendungen zum Thema Ravenna Park und Entlastungsstrasse bei der Stadt Halle Westfalen abgegeben werden! Die Pläne sind auch auf der Homepage der Stadt online.

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Karten

Posted by Freddy On Januar - 10 - 2012

Die Karte in groß finden sie hier:

http://www.hallewestfalen.de/pics/medien/1_1325749955/56-GE_A33-Plankarte-Entwurf_04.01.2012.pdf

Mehr Karten zum Thema hier:

http://www.hallewestfalen.de/staticsite/staticsite.php?menuid=147&topmenu=109

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»Die Abfahrt braucht nachher keiner«

Posted by Westfalen Blatt On Januar - 5 - 2012

H a l l e – K ü n s e b e c k (WB). Die Anlieger von Schnatweg und Flurstraße in Künsebeck haben teilweise vehement gekämpft gegen die Autobahn vor ihrer Haustür. Dass möglicherweise Geldmangel für Verzögerungen beim A-33-Bau sorgt, bringt aber auch sie auf die Palme. Petra Wind war eine der Vorkämpferinnen für den Siedlungsbereich an der Grenze von Künsebeck zu Steinhagen. Sie hat sich zähneknirschend abgefunden damit, dass die Autobahn teilweise nur gut hundert Meter südlich der Flurstraße verlaufen wird und dass ihr künftig das interkommunale Gewerbegebiet »Ravennapark « den freien Blick in die Wiesen- Landschaft direkt an der Patthorst versperren wird. Nicht abfinden aber will sie sich damit, dass möglicherweise über Jahre die Autobahn von Bielefeld und Steinhagen kommend am Schnatweg enden könnte. Denn an der Auffahrt in Verlängerung des Schnatweges werde sich nach Ansicht der Anlieger eine Menge Lärm zusammenbrauen, der trotz geplanter Schutzwände doch das Siedlungsgebiet erreichen könnte. Petra Wind ist schon vor Jahren von Steinhagen weggezogen, weil sie dort nur Bauplätze nahe der Autobahn finden konnte. Dass es die auch in Künsebeck geben würde, war ihr klar, aber eben weit genug entfernt. »Wir haben aber erst 2002 das ganze Ausmaß erfahren, als wir die Pläne für die Planfeststellung der Autobahnabfahrt und der Zubringerstraße bekommen haben«, blickt die Neu- Künsebeckerin zurück. Die Abfahrt am Schnatweg gehörte jetzt nicht mehr zum Haller Autobahnabschnitt, sondern zum Steinhagener und machte den damit bis an die Künsebecker Grenze zu einem vollwertigen Autobahnteilstück mit eigenem Verkehrswert. Was Petra Wind und viele Künsebecker wurmt: Mit der geplanten Entlastungsstraße der Stadt Halle wird unterhalb der Flurstraße und nördlich der Autobahn eine weitere Straße durch die Wiesen gebaut, die südlich um Halle und Künsebeck herum den Verkehr zur Autobahnauffahrt Schnatweg bringen und gleichzeitig das künftige interkommunale Gewerbegebiet erschließen soll. Die Auffahrt am Schnatweg hält Petra Wind für reine Steuergeldverschwendung. »Die braucht nachher kein Mensch mehr«, ist sie überzeugt. Für sinnvoller hätte sie es gehalten, den Steinhagener Autobahn- Abschnitt gleich bis zur Westumgehung durchzuplanen. Sie hofft deshalb darauf, dass sofort Geld bereitgestellt wird, um den Abschnitt zwischen Schnatweg und Westumgehung umgehend in Angriff nehmen zu können. Am besten natürlich das ganze Teilstück bis Borgholzhausen, denn die Künsebeckerin möchte die Lärmprobleme nicht auf die Anlieger an der Westumgehung und der Bokeler Kreuzung abwälzen. Ob sie zur Demo am 13. Januar in Halle geht, ist aber eher unwahrscheinlich. Die Künsebecker haben schon ihre eigene Demo beantragt, weil sie gegen die mögliche inoffizielle Umleitungsstrecke über die Flurstraße protestieren wollen. Auch hier könnte dann ein Umzug für Behinderungen sorgen.

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Offenlage

Posted by admin On Januar - 4 - 2012

9.1. – Offenlage der Ravenna Park Pläne!

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Fünf Kilometer neue Straßen und Wege

Posted by Westfalen Blatt On Dezember - 3 - 2011

Nach dem »Grünen Licht« im Planungsausschuss hat sich jetzt der Bau- und Verkehrsausschuss mit dem interkommunalen Gewerbegebiet befasst. Diplom-Ingenieur Ralf Düspohl vom Büro Röver in Gütersloh hat den Politikern die Grundlagen für den Bebauungsplan vorgestellt, der in Kürze offengelegt wird. Zuvor werden die Fraktionen allerdings noch darüber beraten. Acht Meter Fahrbahn Konkret geht es es vor allem um die Ausweisung von Flächen für Straßen und Wege und um die Entwässerung des Gebietes, das im Süden von der Autobahntrasse begrenzt wird, im Norden und Osten von der Flurstraße, im Westen von der Kreisstraße. Wie das WB bereits berichtete, ist der reine Gewerbegebietsbereich von 42 auf nur noch 36 Hektar geschrumpft. Ein nach Süden zum Kreisverkehr A 33-Anschluss Schnatweg/Entlastungsstraße hin gelegener Zipfel bleibt Grünfläche. Die Entlastungsstraße selbst ist 1,4 Kilometer lang und wird nach Landesstraßen-Standard ausgebaut: acht Meter asphaltierte Fläche für die Fahrbahnen, dazu kommen Bankette, Radweg und Graben. Im oberen Bereich macht sie eine Kurve um ein großes Regenrückhaltebecken. Die alte Kreisstraße (K 30) begrenzt das Gebiet Richtung Westen. Kurz vor einem fünfarmigen Kreisel mit 40 Meter Durchmesser (dort gehen auch Tatenhauser Straße, Künsebecker Weg und Flurstraße ab) schneidet sie die Umgehungsstraße. Ein Teilstück von 700 Meter Länge wird zusätzlich neu gebaut: Der Arbeitstitel bisher »Kreisstraße neu«. Sie erhält eine 6,50 Meter breite Fahrbahn. Zudem entsteht ein Radweg. Unterhaltungsweg Weitere 800 Meter kommen durch die Patthorster Straße dazu. Sie erschließt das Gebiet von innen. Geplant sind ferner ein 1600 Meter langer Unterhaltungsweg, der durch einen zehn Meter breiten Grünstreifen parallel zur Autobahn verläuft, zwei Regenrückhaltebecken in der Verlängerung des zentralen Grünzuges sowie zwei neue Radwege auf insgesamt 400 Meter Länge. Sie führen abgesetzt von der Flurstraße in Richtung Süden zur Patthorster sowie zur Kreisstraße hin. Die Entlastungsstraße erhält bekanntlich nach Osten einen Lärmschutz. Bekanntlich hat die Bezirksregierung gefordert, die Option für einen Bahnanschluss offen zu halten. Der Verlauf der Gleise bildet allerdings noch einen unbekannten Faktor. Um jedoch zu vermeiden, dass Gewerbegrundstücke zerschnitten werden, muss für die Entlastungstraße eine Brücke geplant werden. Rückhaltebecken Bei der Entwässerung setzt der Planer nicht nur auf Regenwasserkanäle an der inneren Erschließung, sondern auch auf naturnahe Rückhaltung. Ein namenloser Graben, der nach Süden führt, und der Künsebecker Bach in Höhe des Regenrückhaltebeckens erhalten Brücken, die ausreichend dimensioniert sind, um der Ökologie Rechnung zu tragen. Auch die beiden Rückhaltebereiche neben der Autobahn, wo 9000 Kubikmeter Wasser gestaut werden können, werden naturnah angelegt: zum Teil als höchstens halben Meter tiefe Bodenwellen, zum Teil als anderthalb Meter tiefes Becken mit flachen Böschungen.

Quelle: WESTFALEN BALTT – www.westfalen-blatt.de

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Herbst im Ravenna-Park

Posted by Detlef On Oktober - 27 - 2011

Hier einige Herbstfotos Oktober 2011 aus dem “Ravenna-Park” und der Patthorst.

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Um die Diashow zu öffnen, klicken sie bitte auf weiter lesen!

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Grünes Licht für Industriegebiet

Posted by Westfalen Blatt On Oktober - 20 - 2011

Halle-Künsebeck (WB). Das Verfahren für den Bau einer Entlastungsstraße sowie ein interkommunales Gewerbegebiet an der A 33 in Künsebeck ist am späten Dienstagabend einen großen Schritt voran gekommen. Der Haller Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung hat nach vier Stunden Sitzung der Planung zugestimmt.

Viele Künsebecker wollten sich mit den Antworten der Verwaltung auf ihre Einwendungen nicht ohne weiteres zufrieden geben. Hier diskutiert eine Bürgerin mit Bauamtsleiter Jürgen Keil. Foto: Stefan Küppers

Bis auf Thomas Andres von der STU, der 30 000 Fahrzeuge täglich auf der A 33 sowie weitere 10 000 Kfz auf der Entlastungsstraße für »eine Fehlplanung von Anfang an« hält und konsequent gegen die Planung stimmte, befürworteten Vertreter aller Parteien Gewerbegebiet und Entlastungsstraße. Ulrike Sommer (SPD) wehrte sich dagegen, dass in der bisherigen Debatte Industrie und Gewerbe oft grundsätzlich negativ dargestellt worden seien. Halle aber müsse als Gewerbestandort weiterentwickelt werden, denn es gehe auch um Arbeitsplätze. Sie verwies darauf, dass im Anfang 2012 folgenden Offenlage-Verfahren jeder Bürger neue Einwendungen erheben könne. Im Ravenna-Park würden schätzungsweise 1000 bis 1200 neue Arbeitsplätze geschaffen, meinte Klaus-Peter Kunze (FDP). »Unsere gute Gewerbesteuer kommt aus genau solchen Gebieten«, verstärkte Stefan Siemens (CDU), der zudem auf breite Grüngürtel zur Abschirmung zu Wohngebieten verwies.

Gleichwohl waren unter den etwa 80 Zuhörern jede Menge Projektgegner aus Künsebeck. Gegen die Planung liegen allein 36 Einwendungen von Bürgern und auch Bürgergruppen vor. Es entsponn sich eine lebendige Diskussion zwischen Betroffenen und Vertretern der Verwaltung beziehungsweise Stadtplaner Dirk Tischmann. Letzterer trug die wichtigsten Einwendungen und die von der Verwaltung verfassten Erwiderungen vor.

»GAU für Künsebeck«

Ein Streitpunkt tauchte immer wieder auf: Welche Wirkung hat die Entlastungsstraße wirklich? Mancher Künsebecker, darunter der Ex-UWG-Ratsherr Fritz Schlüpmann, ist der Auffassung, dass diese neue Straße neben der A 33 und dem Gewerbegebiet noch mehr zusätzliche Belastung für den Ort bedeutet.

Stadtplaner Tischmann hält diese Sichtweise im Lichte von Verkehrsgutachten für falsch. Die künftigen Verkehrsmengen auf der Entlastungsstraße schwanken zwischen 9 000 und 13 000 Fahrzeugen am Tag. Doch diese Straße, so Tischmann, bringe eben nicht nur Entlastung im Bereich der Ortsdurchfahrt B 68, sondern auch und gerade für Straßen in Künsebeck. Beispielhaft nannte er die Flurstraße. Mit Entlastungsstraße fielen auch bei einer durchgebauten A 33 etwa 4600 Kfz täglich weniger an. Hingegen ohne Entlastungsstraße und einem Ende der A 33 an der Auffahrt Schnatweg steige die Verkehrsbelastung um 4900 Fahrzeuge am Tag auf der Flurstraße.

Den Fall, dass die A 33 am Schnatweg endet, ohne dass die Entlastungsstraße fertig wäre, will sich Bauamtsleiter Jürgen Keil gar nicht ausmalen: »Da kann ich dann nur sagen: Gute Nacht, Marie. Es wäre der GAU für Künsebeck.« Es sei daher schade, dass viele Künsebecker die Entlastungsstraße so kritisch sähen, meinte Keil.

Sorge um Wertverlust

Breiten Raum in den Einwendungen nimmt die Sorge um Wertminderungen von Immobilien im Umfeld von Gewerbegebiet und Entlastungsstraße ein. Die Stadt verweist darauf, dass hier verkehrsplanerische und städtebauliche Ziele wie die Entlastung der B 68 in Halle mit einer großen Anzahl von Anwohnern sowie private Belange im oder am Rande des Plangebietes in Künsebeck abzuwägen seien. Tischmann machte darauf aufmerksam, dass zahlreiche Häuser im Außenbereich lägen: »Hier ist Wohnen nur im Rahmen des Bestandsschutzes möglich, mehr aber nicht.« Eine Wertminderung von Immobilien im Sinne des Gesetzes gebe es nicht, insofern auch keinen Anspruch auf Entschädigung durch die Stadt. Das habe ein Fachanwalt auch geprüft.

Betriebe und ihr Lärm

Wegen der vielen Sorgen in den Einwendungen um Lärm erläuterte Tischmann das im Gewerbegebiet angewandte Prinzip des »emmissionswirksamen flächenbezogenen Schallleistungspegel«. Dies bewirke, dass bei den angrenzenden Wohngebieten der Grenzwert des gesetzlich zulässigen Lärms nur dann erreicht werde, wenn alle Betriebe zusammen und auf einmal die ihnen zugestandenen »Lärmkontigente« ausschöpften. Das Verfahren erlaubt nach Auffassung der Planer »intelligente Lösungen«. Denn merkt ein Betrieb, dass die ihm zugestandenen Lärmkontigente überschritten werden, kann er durch veränderte Architektur oder die Platzierung von Gebäuden Abschirmungseffekte erzielen.

Gebiet ist geschrumpft

Gegenüber den bisherigen Entwürfen, weist die jetzige Planung einige Veränderungen auf. So wurde der reine Gewerbegebietsbereich im Zuge der Regionalplanänderung bei der Bezirksregierung von vormals 42 auf 36 Hektar verkleinert, weil das Land nicht mehr Flächenbedarf zugestehen will. Ein »Zipfel« von sechs Hektar ist planerisch nun wieder Grünfläche. Diese sei aber auch eine erste mögliche Erweiterungsfläche, so Tischmann.

Eine neue Führung bekommt auch die Kreisstraße im oberen Bereich. Und direkt an dem Kreisverkehr im Kreuzungsbereich von Tatenhausener Straße/Entlastungsstraße/Künsebecker Weg soll eine Gemeinbedarfsfläche für den Bau eines Feuerwehrgerätehauses eines möglichen Löschzuges Künsebeck freigehalten werden. Hintergrund: Die Feuerwehr braucht die Nähe zur Autobahn.

Sensible Umweltfragen

Wegen der sensiblen Umweltfragen, derentwegen unter anderem die GNU die Planung vollständig ablehnt, sind die Einwendungen der Landschaftsbehörden besonders zahlreich. Weil Kiebitz und Rebhuhn durch die Planung vertrieben werden, müssen schon jetzt Ausweichquartiere entwickelt werden, damit sie in einigen Jahren tatsächlich angenommen werden. Dem Einwand der Unteren Landschaftsbehörde, dass der Grünzug durchs Gewerbegebiet noch breiter werden soll, will die Stadt jedoch nicht folgen.

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Ravenna-Park heute im Ausschuss

Posted by Westfalen Blatt On Oktober - 18 - 2011

Für Jürgen Keil, Chef der Bauverwaltung, ist es die »wichtigste Sitzung des Jahres«. Denn am heutigen Dienstag soll die Entwicklung des interkommunalen Gewerbegebietes in Künsebeck einen entscheidenden Schritt nach vorne machen. Der Umstand, dass daran auch der zügige Bau einer Entlastungsstraße hängt, steigert die Bedeutung dieser Sitzung.

Mehr dazu lesen im heutigen WESTFALEN BLATTes.

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Sondersitzung für den Ravenna-Park

Posted by Haller Kreisblatt On Oktober - 13 - 2011

Obwohl seine Themen oft mehr Interesse verdient hätten, reicht für die Sitzungen des städtischen Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung normalerweise der kleine Saal im Rathaus. Ganz anders wird das am Dienstag, 18. Oktober, aussehen, erwartet die Stadt Halle. Denn dann wird ab 18 Uhr im großen Saal des Schulzentrums Masch getagt. Thema ist das Gewerbegebiet Ravenna-Park. Mehrere hundert Seiten dick ist die Sitzungsvorlage – auch das zeigt die Bedeutung dieses Themas. Dutzende von Stellungnahmen der unmittelbar Betroffenen sowie der Künsebecker Bürger werden dort zusammengefasst. Zwar gab es schon mehrere öffentliche Veranstaltungen zu dem Thema, bei denen Kritik an dem Industriegebiet mit Umgehungsstraße und A 33-Auffahrt unmittelbar südlich des Ortsteils Künsebeck geäußert werden konnte, doch jetzt liegen zum ersten Mal schriftliche Stellungnahmen vor. Viele Menschen haben von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht, nicht wenige sogar Rechtsanwälte bei der Formulierung herangezogen. Wenig überraschend, dass die Stadtverwaltung trotzdem der Meinung ist, mit der Planung im Wesentlichen alles richtig gemacht zu haben. Interessant ist der Blick auf einige Details dieser städtischen Einschätzungen. Der ist möglich, weil die Verwaltung die Einwendungen nicht nach und nach jede einzeln abarbeitet, sondern aus den gesamten vorgebrachten Kritikpunkten Themenfelder herausgearbeitet hat. Das wirkt zwar auf den ersten Blick gewöhnungsbedürftig, erspart aber endlose, ermüdende Wiederholungen bei der öffentlichen Sitzung. Ein Beispiel macht das deutlich: Sehr viele Einwendungen kritisieren den erheblichen Flächenbedarf und üben eine eher grundsätzliche Kritik am Ravenna- Park. Die Stadt antwortet darauf mit Verweis auf die Beratungen im Regionalrat zur Änderung des Regionalplans – sie war eine Voraussetzung für die Durchführung der Haller Pläne. Dort wurde bestätigt, dass es Bedarf gibt, weil in Ostwestfalen vergleichsweise wenig Flächen für die Ansiedlung von Industriebetrieben zu finden sind. Auch im Kreis Gütersloh gebe es einen erheblichen Bedarf an solchen Flächen. „Das Vorhaben dient der Entwicklung und Sicherung der heimischen Wirtschaft“, schreibt die Verwaltung. Zwar führe es zu „nicht unerheblichen Eingriffen in den Landschaftsraum“, doch finde sich hier eine „vergleichsweise günstige Lage“ im Siedlungsgrundriss und an der künftigenA 33. Dieser vorbildliche Ansatz für das Allgemeinwohl findet seine Fortsetzung in der Aufteilung des Gebietes. Die Bezirksregierung billigte Halle wie berichtet nur den kleinen Anteil von 16 der insgesamt 42 Hektar zu, 21 Hektar dienen den Interessen der Kreisstadt Gütersloh, mit fünf Hektar ist die Stadt Werther amRavenna-Park beteiligt. In den Stellungnahmen der Stadt finden sich auch Hinweise auf die gewünschte Nutzung des Gebietes. Großbetriebe, die rund um die Uhr arbeiten wollen, sind die Wunschpartner der Stadt. Das relativ wenigen Beschränkungen unterworfene Industriegebiet soll möglichst auch für eben diese Zwecke genutzt werden, die in den normalen Gewerbegebieten eher nicht realisierbar sind. Die Ansprüche der Künsebecker auf Schutz vor zu starken Belastungen sieht die Stadt durch die derzeit favorisierte Gliederung am besten gewährleistet. So soll die geplante Entlastungsstraße die Abgrenzung der Bereiche bilden, von denen Belastungen für die Anwohner vor allem der Flurstraße und der weiteren südlichen Wohngebiete von Künsebeck ausgehen. In diese Richtung soll ein etwa drei Meter hoher, standortgerecht begrünter Wall für Schutz sorgen. Daran schließen sich größere Grünlandflächen an, die auch dem Schutz der Anwohner dienen. Die eigentlichen Gewerbeflächen sind zwischen Autobahn und Entlastungsstraße angesiedelt. Nur eine Möglichkeit sei der Anschluss an die Bahnstrecke, der gleichwohl auf viel Kritik gestoßen ist. Die eingezeichnete Route ist nicht besonders verbindlich, sondernwird an die Erfordernisse angepasst, wenn sich die Notwendigkeit ergeben sollte. Der Forderung der SPD-Fraktion, den Ravenna-Park zu einem besonders umweltfreundlichen Industriegebiet zu machen, wird nicht grundsätzlich widersprochen. Die Verwaltung argumentiert aber, dass diese Anregung nicht auf der Ebene der derzeitigen Planungen verfolgt werden sollte, sondern besser im Rahmen der konkreten Ansiedlungspolitik umgesetzt werden sollte. Die Sitzung am Dienstag, 18. Oktober, ist öffentlich. Das Gleiche gilt für Mittwoch, 19. Oktober. Der Hauptausschuss muss sich ebenfalls mit dem Ravenna- Park beschäftigen und wird ab 17.15 Uhr im Rathaus tagen.

Quelle: www.haller-kreisblatt.de

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Achtung Terminänderung

Posted by admin On September - 22 - 2011

Die geplante Veröffentlichung der Ravenna Park Pläne wurde vom 11.10.2011 auf den 18.10.2011 verlegt!

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