Veröffentlicht von Matze Am 25 - Juli - 2019

Der heutige Tag hat sehr früh angefangen. Um 5 Uhr wurden wir in Eldorado mit einem Bus abgeholt, der uns in das gut 250 km entfernte Posadas gebracht hat. Auch Matías und Nicolás, die auch schon die vergangenen Tage als Vertreter von JUME (Jóvenes Universitarios Misioneros Ecuméniicos) mit uns verbracht haben, haben uns begleitet. Die anderen Jugendlichen sind bereits am Tag zuvor abgereist. In Posadas ist die neue Kirche bzw. das neue Gemeindezentrum offiziell eröffnet worden. Dieses Projekt hat einige Jahre gebraucht, bis es realisiert und umgesetzt werden konnte. Dies lag unter anderem daran, dass es immer wieder an Geldmitteln fehlte, aberhäufig auch an Material. Ein Mann, der die Fenster eingebaut hat, erzählte, dass es zeitweise unmöglich war, an ausreichende Mengen Aluminium zu kommen –und wenn, dann zu sehr unchristlichen Preisen. Dadurch hat sich der Bau und die Fertigstellung immer wieder etwas verzögert. Das Gebäude als solches ist auch noch nicht komplett fertig. Die erste Etage, in der eine Gemeinschaftsküche und Zimmer für bedürftige Familien und / oder Studenten entstehen sollen, befindet sich noch im absoluten Rohbau. Lediglichdas Erdgeschoss, in dem sich der Gemeindesaal, Toiletten und weitere Räume –u.a. der Wilhelm Arning Saal, in dem wir unser Gepäck unterstellen konnten –sind fertig und können von nun an von der Gemeinde genutzt werden. Ein paar von uns haben vor dem Gottesdienst die Gelegenheit genutzt,sich einen kleinen Teil der Großstadt Posadas anzuschauen.Der Einweihungsgottesdienst begann um 10:00 Uhr mit musikalischer Begleitung durch eine Blaskapelle, die zum krönenden Abschluss ihrermusikalischen Darbietungdie argentinische Nationalhymne erklingen lassen haben. Danach hat der hiesige Kirchenpräsident –Pastor Leonardo Schindler –den Gemeindesaal eröffnet, indem das rote Band an der Eingangstür durchschnitten hat.Paula Fogel und Carlos Kozel eröffneten den Gottesdienst und hießen alle willkommenen. Der noch kahle Altarraum wurde anschließend von Vertreterinnenund Vertretern der Gemeinde nach und nach geschmückt, zu guter Letzthaben auch die Jugendlichen –Franzi seitens unserer Gruppe, Cecilia seitens der argentinischen Gruppe –das Ergebnis unserer Definition „Evangelisch sein bedeutet…“ für alle gut sichtbar neben den Altar gehängt. Neben der Predigt über die Geschichte des barmherzigen Samariters durch Leonardo Schindler war ein besonderes Highlight die Feier des heiligen Abendmahls. Es war unglaublich, mit welcher Freude und Inbrunst die Gemeinde die fröhlichen Lieder gesungen haben, während die rund 250 Gäste das Abendmahl empfangen haben. In der abendlichen Reflexion des Tages haben wir mehrfach angemerkt, wie schön die Stimmung insgesamt war, im Vergleich zu Deutschland, wo es in der Regel etwas tragender und deutlich ernster zugeht beim Abendmahl.Nach dem gemeinsamen Vaterunser und dem Segen begann der offizielle Teil der Eröffnung: Danksagungen–und davon nicht zu wenig. Neben den diversen Unterstützern dieses Projektes, welche ihre Freude zum Ausdruck brachten und Geschenke übergeben haben, traten auchErica Arning und Matthias Jörke als Vertreterin des Kirchenkreises Halle nach vorn und habenGlückwünsche von Superintendent Walter Hempelmann übermittelt und ein Geschenk zur Eröffnung überreicht.Der offizielle Festakt endete mit einem gemeinsamen Mittagessen. Für einen sehr geringen Beitrag konnten alle Anwesenden sich beim reich aufgebauten Essensbuffet bedienen. Da die Räumlichkeiten für so viel Besucher doch arg klein sind, hat sich die Feier auf die Straße ausgelagert, die daraufhin spontan in Eigenregie gesperrt wurde. Nach gemeinsamen Essen, vielen Unterhaltungen und viel Austausch hat unsere Reisegruppe ein bekanntes Gesicht wiedergesehen: Josélo Schuap, der Anfang Juni bereits in Künsebeck aufgetreten ist, hat auch hier den Nachmittag mit inhaltlich gehaltvoller Musik begleitet. Sowar es nicht verwunderlich, dass er einen in der Nähe verweilenden Obdachlosen herangerufen hat, ihm ein persönliches Geburtstagsständchen gesungen hat und ihn eingeladen hat, Teil unserer Zusammenkunft zu sein –passend zur Predigt zum Barmherzigen Samariter-gelebte Nächstenliebe!Nach Josélos „Auftritt“ hat eine andere Musikgruppe der Gemeinde die Chance genutzt, auch deutsche Volkslieder anzustimmen, die bis in den frühen Abend hinein gesungen wurden. Erica und Matthias wurden am heutigen Tag auch freudig überrascht: Daiana (Freiwillige aus dem Jahr 2013) und Daniela (Freiwillige aus dem Jahr 2018) haben den Weg aus Paraguay auf sich genommen und die Chance genutzt, die beiden hier in Posadas zu besuchen. Die beiden sind auch am Abend noch mit nach Candelaria gefahren und haben dort gemeinsam mit uns zu Abend gegessen.Gegen 18 Uhr dann hat sich unsere Jugendgruppe dann schließlich aufgemacht zu ihrer Unterkunft ist das gut 20 Km entfernte Candelaria. Dort angekommen haben wir unsere insgesamt 3 Hütten bezogen und bei einem gemeinsamen Abendessen die vergangene Woche Revue passieren lassen. Jeder hat seine bisherigen Eindrücke mitgeteilt und sich über die Herzlichkeit, mit der wir überall empfangen wurden, gefreut. Mit dem heutigen Tag hat nun leider auch schon die zweite Hälfte und damit die letzte Woche unserer Argentinienreise begonnen. Der Abflug und damit der Abschied aus diesem wunderschönen Land rückt nun leider immer näher.