Veröffentlicht von Matze Am 25 - Juli - 2019

Zur Freude aller startete unser Tag in Candelaria heute mit Frühstück um 9:00 Uhr. Naja die argentinische Zeit hat wohl etwas auf uns abgefärbt… es war 9:15 Uhr. Um 10:45 Uhr sind wir zum Spaziergang am Fluss Paraná aufgebrochen. Palmen, Promenade, Strand, Wasser. Nur der fehlende salzige Geruch ließ uns wissen, dass wir nicht am Meer sind.Bevor wir mit den Füßen im Flusswasser das tolle Wetter genossen haben, entdeckte jeder von uns auf einem Spielplatz an der Flussmündung nochmal das Kind in sich. Als wir wieder im Camp ankamen, dauerte es nicht mehr lange bis wir das leckere Essen genießen konnten. Unsere Gastgeberin Andrea hat ein nachhaltiges und gesundes Menü mit Risotto, Salaten, Käse aus Mandeln und Kichererbsen und Sauerkraut für uns zubereitet, was sie alles selbst angebaut bzw. hergestellt hat!Nach einer kurzen Busfahrt sind wir um 15:00 Uhr bei den „Horarios Jesviticas“, den Ruinen der Jesuiten, angekommen.Hier in Misiones und im benachbarten Brasilien und Paraguay gibt es insgesamt 30 dieser Ruinen.Im Jahr 1610 sind Jesuiten von Italien nach Misiones gekommen, da sich diese Region an der Grenze zwischen den spanischen und portugiesischen Kolonisten befand.Ihr Ziel war es zu missionieren.Die Ureinwohner „Guaraníes“ suchten in den Klostern der Jesuiten Schutz, weil ihnen sonst die Sklaverei drohte.Alle Dörfer wurden gleich aufgebaut und sind durch die italienische Architektur geprägt, allerdings haben die Guaraní ihre eigene Kultur mit eingebracht, sodass die Schnitzereien in den Steinen einmalig sind!Ab 4.500 Einwohnern wurde ein Dorf in Zwei geteilt. Jedes Dorf war wirtschaftlich gut aufgestellt und handelte mit anderen Dörfern, die unterschiedliche Waren produziert haben. So wurden auch Werkstattarbeiten gegen Rohstoffe mit einem Dorf in Bolivien getauscht und damit konnten zum Beispiel mit Gold die Steuern an den König bezahlt werden und/oder dem Vatikan Gold und andere Kostbarkeiten gesandt werden.Anno 1717 waren dem König die Jesuiten wirtschaftlich und militärisch zu stark und sie mussten zurück nach Italien und die Guaraní zurück in die Wildnis.Seit 1934 sind die drei Ruinen San Ignacio Miní, Nuestra Señora de Loreto und Santa Ana in der Nähe von Posadas ein Nationalpark und seit 1984 UNESCO WeltkulturerbeAusgehungert haben wir uns noch schnell Chipas für den Rückweg gekauft, denn es war schon zu erwarten, dass das geplante gemeinsame Kochen um 20 Uhr mit den Argentiniern noch etwas andauern wird.Nach ein paar entspannten Stunden und gemeinsamen Beisammensein am Lagerfeuer mit Gesang, Bier und Wein gab es dann um 23 Uhr einen Empanada-Workshop. Learning by Doing: unsere ersten allein zusammengefalteten Teigtaschen.Bei guter Laune und einer lauen Nacht mit argentinischem Fler klang der Abend am Lagerfeuer und Gitarrenmusik aus, bis alle nach und nach einen Platz zum Schlafen gefunden haben .