Veröffentlicht von Matze Am 20 - Juli - 2019

Der Tag begann heute um 8 Uhr mit dem Frühstück, welches wir zusammen mit den Argentiniern eingenommen haben. Um 9 Uhr ging es weiter mit einer Andacht, in welcher wir Lieder in beide Sprachen gesungen haben. Außerdem haben wir uns vorgestellt, indem wir uns einen Faden zugeworfen haben, aus welchem zum Schluss ein Netz geworden ist. Dieses symbolisierte die Vernetzung, getragen vom Glauben. Daraufhin gab es eine Gebetskette.

Nach einer kurzen Pause haben wir mit dem ersten thematischen Arbeitsblock angefangen. Zunächst haben wir uns über uns und unsere eigenen sozialen Netzwerke Gedanken gemacht und sollten unser Verhalten in 3 Worten beschreiben. Anschließend haben wir uns in gemischten Gruppen ausgetauscht und am Ende alle Ergebnisse zusammengetragen. Die Ergebnisse waren oft “Austausch“, „Kommunikation“, „Informationen“, „Momente“ oder „Selbstdarstellung“. In der zweiten Gruppenphase haben wir Profile von verschiedenen Menschen erstellt. Im Anschluss haben wir uns Gedanken über den Begriff „Identität“ gemacht. Dabei hatten wir folgendes Ergebnis: Die Identität ist eine Sammlung an Charakteristika, wobei Kultur, familiäres Umfeld, soziales Umfeld, Reife und Glaube Elemente sind. Die Identität bestimmt was wir sind, was eine Person fühlt, welche Interessen sie hat und wer diese Person ist. Daraufhin haben wir uns die Frage gestellt, wo man seine Identität finden kann. Ideen Waren in der Familie, Heimat, Gesellschaft, bei Freunden oder auch unserer Kirche bzw. in unserem Glauben. Auf einer Reise kann meine seine Identität finden. Doch diese bleibt nicht für immer, sondern verändert sich auch im Laufe des Lebens.

Nach dem Mittagessen haben wir uns getroffen, um unserem Superintendenten Walter Hempelmann einen Geburtstagsgruß zu schicken. Argentinier und Deutsche haben zusammen gesungen. Anschließend sind wir mit dem öffentlichen Bus zur „Facultad de ciencias forestales“ gefahren. In dieser Universität gibt es 400 bis 500 Studierende, folglich ist es eine kleine uni. Sie erforschen zum Beispiel die einheimischen Bienen ohne Stachel, welche  nicht giftig sind. Eine Dozentin untersucht wieviel Sorten Blütenstaub im Honig zu finden sind. Außerdem untersuchen sie Samen von über 300 Baumarten.

Des Weiteren pflanzen sie hier jerva an. Dabei ist es schwer auf natürliche Weise durch Samen weiter zu züchten, weshalb hier neue Pflanzen durch klonen entstehen.

Auch werden in Gewächshäusern bedrohte Pflanzenarten gezüchtet. Ein anderes Projekt, an welchem hier gearbeitet wird: Pflanzen ohne Erde zu züchten. Mithilfe einer in Deutschland entwickelten und in England verfeinerten Konstruktion werden die Pflanzen – in diesem Fall verschiedene Salate – mithilfe einer Nährlösung und in einem geschlossenen Wasserkreislaufsystem herangezogen. So können unter anderem insgesamt 80% Wasser eingespart werden. Vor Ort gibt es für 350 Studenten Wohnungen. Die Studenten zahlen hier keine Miete, sondern nur Wasser und Strom.

Gegen 17 Uhr waren wir wieder zurück im Hogar und um 20 Uhr gab es Essen, welches Carlos wieder mit ein paar Jugendlichen hier vor Ort gekocht hat.  Um 21 Uhr hat die deutsche Jugendgruppe eine Spielshow, ein Musikquiz vorbereitet und durchgeführt. In 4 Gruppen haben Argentinier und Deutsche sich Fragen / Liedern aus verschiedenen Kategorien gestellt (Filmmusik, Serienmusik, Disney, 8-Bit und Dolmetscher). Im Anschluss an die Spielshow sind die meisten Anwesenden dann ins Bett gegangen. Ein kleiner Teil verweilte noch ein paar Stunden im Gemeinschaftsraum, um gemeinsam Musik zu hören, sich zu unterhalten und um eine Runde bilinguales „Werwolf“ zu spielen.