Veröffentlicht von Ulrike Twelker Am 13 - Mai - 2019

Am Samstag, den 11.5. startete die Gruppe des Frauenfrühstücks schon früh um 9 am Gemeindehaus, um sich in Fahrgemeinschaften auf den Weg nach Rietberg zu machen. Pünktlich um 10 waren alle da, so dass gleich der Besuch im Bibeldorf mit der geplanten Führung begonnen werden konnte.

Das Bibeldorf, das seit 2003 existiert, hat es sich zur Aufgabe gemacht, auf 35.000 qm das Leben in biblischen Zeiten anschaulich werden zu lassen, und dadurch Geschichte und Religion ganz niedrigschwellig erfahrbar zu machen. Mit nur einer Hand voll Hauptamtlichen aber über 100 Ehrenamtlichen ermöglicht es das Projekt, mit verschiedenen Angeboten, den Besuchern praktisch nachzuerleben, wie das Leben im historischen Israel gewesen ist.

So konnte die Gruppe erfahren, weshalb die Zeltwände aus Ziegenhaar gefertigt wurden, oder was es mit der überlangen Bekleidung der Frauen auf sich hatte. Sehr beeindruckend war auch, sich bewusst zu machen, dass es mit den damaligen Mitteln eine Stunde gedauert hat, bis man ca. 1kg Mehl gemahlen hatte. Bei den großen Familien und Brot als Grundnahrungsmittel bedeutete dies, dass eine Person jeden Tag mehrere Stunden die Handmühle betätigen musste, um die notwendige Menge Mehl herzustellen. Auf der fast zweistündigen Führung, die wie im Flug verging, durften wir Einblick in das Alltagsleben, verschiedene Handwerke und den Gottesdienst in einer Synagoge bekommen. Auch eine Ausgrabungsstätte ist auf dem Gelände nachgebaut worden, um Schülern die mühsame Arbeit von Archäologen näher zu bringen. Hier können Kindergruppen aktiv ausprobieren, was alles zur praktischen Altertumsforschung dazugehört und wie zum Beispiel Fundstücke erfasst werden. Die dreidimensionale Nachbildung der Landschaft Israels half dabei, den Ablauf biblischer Geschichten auch räumlich nachvollziehen zu können. So konnte man sich zum Beispiel besser vorstelle, welchen Weg Maria und Joseph auf sich nehmen mussten, um von Nazareth nach Bethlehem zu gelangen.

Der wirklich sehr interessante und kurzweilige Vormittag wurde bei Kaffee, Tee und Kuchen und vielen guten und anregenden Gesprächen abgeschlossen. Nach dem Besuch des Museumsshops und einem abschließenden Gruppenfoto, machte sich die Gruppe in sehr guter Stimmung wieder auf den Heimweg.

Einziger Wehrmutstropfen war das Wetter. Es war zwar trocken, aber es hätte doch gerne fünf Grad wärmer sein dürfen. Kaum jedoch nach Künsebeck zurückgekehrt kam direkt hinterm Deich doch noch die Sonne raus.