Veröffentlicht von Pan Am 25 - April - 2018

Björn Süfke hat eine telepathische Verbindung zu seiner Tochter, die ihr Durchschlafen garantiert, wenn er nur an das Berühren der Türklinke ihres Zimmers denkt. Manchmal hat der dreifache Vater aber auch einfach genug von seinen Kleinen, zum Beispiel wenn sein Sohn Tom ihn in den unpassendsten Momenten mit unerträglich dummen Kinderliedern nervt. Ein »O Tannenbaum« am Strand von La Palma lässt Björn Süfke sich noch gefallen, doch wenn der Junior »Theo, mach mir ein Bananenbrot« im Gourmetrestaurant schmettert ist auch seine Geduld am Ende.

In seinem Buch »Papa, du hast ja Haare auf der Glatze – Aus dem Alltag eines Vaters« hat der 46-Jährige all die kleinen Begebenheiten gesammelt, die mit den Kindern in das Leben eines Mannes treten. Aus diesen pointierten Familiengeschichten voller Selbstironie las der Autor, Psychotherapeut und Männerberater nun in der Städtischen Kindertagesstätte Künsebeck. Zu der Veranstaltung im Rahmen der Reihe »Wir sind dabei! Treffpunkt für Eltern« kamen mehr als 20 Besucher, von denen mehr als die Hälfte Männer waren. Die hatten sich ganz entspannt eine Kiste Bier mitgebracht und ließen mit viel Gelächter immer wieder erkennen, dass sie sich in den geschilderten Erlebnissen rund um weibliche Intuition (»Eine Frau spürt so etwas«), pädagogische Fehlentscheidungen und den ganz normalen Alltagswahnsinn wiederfanden.

»Männer meiden eher die Auseinandersetzung mit emotionalen Themen und sind im Gegensatz zu Frauen auch sozial nicht so vernetzt dass sie sich untereinander über Gefühle austauschen«, erklärt Björn Süfke. Seit 20 Jahren ist er schon bei der Männerberatungsstelle Bielefeld als Psychotherapeut tätig und arbeitet daran dies zu ändern. »Es gibt Entwicklungspotential. Männer brauchen nur jemanden, der das mit ihnen beginnt. Und es funktioniert am besten humorvoll, mit Selbstironie und konfrontativ, mit einem Augenzwinkern«, erklärt Süfke, der zunächst vor allem Fachliteratur schrieb. Als sein Verlag ihn während der ersten Schwangerschaft seiner Frau um ein weiteres Buch bat, wollte er zunächst ablehnen, um sich auf die neue Vaterrolle zu konzentrieren. »Da meinte man im Verlag: ›Schreib doch da drüber‹«, erinnert sich Süfke, der kurze Zeit später mehr als 80 Geschichten für inzwischen zwei Bände zu Papier brachte. 85 Prozent davon, sagt der Autor, seien tatsächlich autobiografisch