Veröffentlicht von Pan Am 19 - April - 2018

Noch mehr Haushalte als gedacht waren von der seit dem Wochenende andauernden Störung der analogen Telekom-Anschlüsse betroffen. Immer mehr Menschen aus Künsebeck und Ascheloh meldeten sich bei lokalen Elektronikhändlern und auch beim WESTFALEN-BLATT. Sie beklagten nicht nur die daraus resultierende Unerreichbarkeit, sondern auch wie die Telekom mit dem Problem umgegangen sei. Seit Dienstagabend funktionieren die Leitungen dem Vernehmen nach wieder – aber der Unmut der Betroffenen ist noch nicht verraucht.

»Der Service ist erschreckend. Ich weiß nicht, wie man sich als Unternehmen so etwas leisten kann«, sagt Bernd Fischer. Nachdem der 56-Jährige bemerkt hatte, dass der Anschluss seiner Mutter Ingrid (86) am vergangenen Freitag gestört war, kontaktierte er das Kundencenter der Telekom. »Da kam eine automatische Ansage, dass eine bekannte Störung vorliege und daran gearbeitet werde«, erzählt der Künsebecker. Doch nachdem die Leitung weiter tot geblieben sei, habe er erneut bei der Hotline angerufen. »Da sagte man mir dann, die Leitung sei nicht anwählbar. Aber einen Techniker könnte man nicht schicken, da das eigene System für die Auftragsabwicklung nicht funktioniere«, berichtet Fischer kopfschüttelnd. Fünfmal hat er bei der Telekom angerufen und hat jedes Mal bis zu einer halben Stunde in der Warteschleife verbracht.

Karina Jürgen betreibt seit 2006 ihren eigenen Frisiersalon in Künsebeck, Ärger mit der Telefonleitung ist für sie nichts Neues. »Im November war schon einmal für zwei Wochen die Leitung gestört. Zum vereinbarten Termin erschien kein Techniker, aber die Telekom behauptete hinterher, er wäre da gewesen und habe das Problem behoben«, erzählt die 48-Jährige. Eine Entschuldigung oder eine Erstattung habe sie nie erhalten. Sowohl ihr privater wie auch ihr geschäftlicher Anschluss waren diesmal wieder ausgefallen, 15-mal habe sie deshalb bei der Telekom angerufen. »So kann man nicht mit Kunden umgehen. Wenn ich das in meinem Salon so machen würde, könnte ich zumachen und hätte keine Kunden mehr«, sagt Karina Jürgen, der durch die fehlende Erreichbarkeit zahlreiche Terminanfragen mit Kunden entgingen.

Auf Anfrage dieser Zeitung hieß es von Seiten der Telekom zunächst weiterhin, es gäbe keine generellen Netzstörungen. Allerdings wurde dann inzwischen bestätigt, dass ein mittlerweile behobener Hardware-Defekt vorgelegen habe. Alle Betroffenen haben laut Telekom jetzt die Möglichkeit, Vergütungen für Ausfälle anzumelden unter der kostenfreien Rufnummer 0800 330 1000.