Veröffentlicht von Westfalen Blatt Am 17 - April - 2018

Quelle: WESTFALEN BLATT / www.westfalen-blatt.de

Zwölf Tage ist das A33-Teilstück Bielefeld-Steinhagen erst in Betrieb – gestern gab es den ersten Geisterfahrer, einen 83-jährigen Audi-Fahrer aus Steinhagen.

Gegen 11 Uhr ist der Steinhagener in Halle-Künsebeck im ersten der beiden Kreisverkehre offenbar falsch abgebogen und landete auf der Richtungsfahrbahn Osnabrück in Fahrtrichtung Bielefeld-Paderborn. Mehrere Autofahrer meldeten sich gegen 10.58 Uhr über den Notruf bei der Polizei in Bielefeld und Gütersloh und gaben an, dass ihnen ein Audi entgegen gekommen sei, Fahrzeugführer sei ein älterer Mann gewesen, so die Polizei. Alle Autofahrer konnten rechtzeitig ausweichen. »Glücklicherweise hat es keinen Unfall gegeben«, sagte der Bielefelder Polizeipressesprecher Achim Ridder und betonte die äußerst gefahrvolle Situation bei einer Falschfahrt.

Erst – aus seiner Sicht – hinter der Anschlussstelle Steinhagen bemerkte der 83-Jährige offenbar seinen Irrtum, als ihm ein Fahrzeug direkt entgegen kam. Er hielt nach Auskunft der Polizei rechtzeitig an, wendete und fuhr ordnungsgemäß Richtung Steinhagen-Halle zurück. »Der ihm folgende Zeuge verständigte die Polizei und übermittelte die Fahrzeugdaten«, so Ridder.

Die Polizei in Halle und Steinhagen wurde eingeschaltet bei den weiteren Ermittlungen. Der 83-Jährige wurde kurze Zeit später in seiner Wohnung angetroffen. Er habe die Falschfahrt eingeräumt, so Ridder. Der Führerschein wurde sichergestellt. »Ihn erwartet eine Anzeige wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr«, sagte er weiter.

Ist die Verkehrssituation mit den beiden hintereinanderliegenden Kreiseln in Künsebeck besonders unübersichtlich? Für den Landesbetrieb Straßen NRW als Planungsbehörde ist das »nichts Ungewöhnliches«, wie Pressesprecher Sven Johanning gestern sagte. »In Bielefeld-Altenhagen sind an der A2 ebenfalls zwei Kreisel. Im weiteren Verlauf der Ostwestfalen-Straße kommen noch weitere«, sagte er. Die Kreisel in Künsebeck seien sicherheitstechnisch überprüft worden. Von der Beschilderung mal abgesehen – auch durch seine Geometrie sei der Kreisel hinreichend gesichert: »Man muss schon sehr spitzwinkelig abbiegen, um auf die falsche Fahrbahn zu geraten«, so Johanning.

Die Falschfahrt von gestern ist bereits der zweite spektakuläre Vorfall auf dem neuen 7,9 Kilometer langen Autobahn-Teil­stück zwischen dem Ostwestfalendamm in Bielefeld und dem Schnatweg in Künsebeck. Nicht einmal zwölf Stunden nach der Eröffnung am Mittwoch, 4. April, krachte es bereits das erste Mal. Bei dem Unfall in der Nacht zu Donnerstag, 5. April, verlor ein 23-jähriger Bielefelder gegen 0.45 Uhr die Kontrolle über seinen Peugeot. In Fahrtrichtung Osnabrück kam der Autofahrer kurz vor der Anschlussstelle Steinhagen ins Schleudern, sein Wagen drehte sich und kam nach rechts von der Fahrbahn ab. Das Fahrzeug blieb nach Polizeiangaben beschädigt in der Böschung stehen und musste abgeschleppt werden. Der 23-jährige Fahrer blieb unverletzt.