Veröffentlicht von Freddy Am 1 - Februar - 2018

Quelle: Evangelisch in Westfalen

Sonntag, 11.2.2018
Halle-Künsebeck, Gemeindehaus Teutoburger Str. 16
10.00 Uhr Gottesdienst

Abgewrackte Autos stehen am Straßenrand. Herrenlose Hunde streunen über den Asphalt. Kleinkinder schreien hinter Metallgittern. Es stinkt.

Das ist Alltag in einem Barrio, einem Elendsviertel im Bezirk San Fernando in der Millionenmetropole Buenos Aires. Aber während draußen irgendwo ein Motorroller mit der Schleifhexe bearbeitet wird, dringen auch sanfte Violinenklänge durch die halboffenen Fenster des Tageszentrums ASE.

Ein Lichtblick in der Alltagstristesse. Denn hier erhalten Jugendliche aus dem Armenviertel die Chance, ein Instrument zu lernen und gemeinsam mit anderen zu musizieren.

Zwischen sechs und 21 Jahren sind die Musikerinnen und Musiker alt. Angeleitet werden sie von Emilio Pagano, der von einem Trompeten- und einem Gitarrenlehrer unterstützt wird. Kinder, die sonst nicht oder nur sehr wenig von ihren Eltern betreut werden, müssen auf diese Weise lernen, diszipliniert zu üben und regelmäßig zu den Proben zu kommen. Durchschnittlich viermal pro Woche hat jedes Kind das von ihm selbst ausgewählte Instrument (Geige, Cello, Trompete, Gitarre oder Schlagzeug) zum Spielen in der Hand. Mit einem Ziel: Einmal wie die Profis auf der Bühne stehen. Das ist der große Traum der Kinder und Jugendlichen aus San Fernando. Und schon bald wird er Wirklichkeit.

Eine Kirchenleitungsreise mit Folgen

Denn vom 9. bis 23. Februar wird ASE Música zu Gast in westfälischen Kirchengemeinden und Schulen sein. Auf Einladung von Präses Annette Kurschus, die selbst begeisterte Cello-Spielerin ist. Die leitende Theologin der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) hatte die jungen Musiker 2016 bei einer Reise der Kirchenleitung zur Partnerkirche in Paraguay, Argentinien und Uruguay kennengelernt. Denn die ASE ist Teil der diakonischen Arbeit der Evangelischen Kirche am La Plata.

Konzerte, Begegnungen und ein Zoobesuch

Auf die Kinder und Jugendlichen, die bisher kaum etwas außerhalb ihres Viertels kennengelernt haben, wartet in Westfalen ein abwechslungsreiches Programm: Begegnungen mit deutschen Schülerinnen und Schülern, Auftritte in Kirchengemeinden, Proben mit deutschen Jugendlichen und spannende Freizeitaktivitäten. Darunter ein Zoobesuch, die Besichtigung einer Kokerei und einer Tropfsteinhöhle, das Erklimmen einer Kletterwand sowie ein Tag im Schwimmbad. Vor allem aber geht es um das Gefühl, willkommen zu sein. Die Gastgeber und Konzertbesucher werden etwas vom Leben dieser Kinder in Buenos Aires erfahren. Die Gäste bringen auch einen Kurzfilm mit, der sicher gute Anregung zum Austausch bietet.