Veröffentlicht von Haller Kreisblatt Am 20 - Juli - 2017

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Es ist erst ein paar Wochen her, da war Lukas Neumann – sportlich gesehen – am Boden. „Eine ziemlich bittere Sache“, erinnert sich der 22-Jährige, war der Abstieg mit den Fußballern des TSV Amshausen aus der Kreisliga A. Mittlerweile hat er wieder gut lachen: In seiner Paradedisziplin hat das Minigolf-Ass aus Künsebeck ein großes Ziel erreicht und darf sich einmal mehr deutscher Meister nennen.

Nach dem Einzeltriumph im Matchplay vor einem Jahr gewann Neumann jetzt mit seiner Mannschaft vom 1. MGC Mainz die nationale Endrunde. In Murnau, einem Ort nahe Garmisch-Partenkirchen im südlichsten Zipfel Deutschlands, setzten sich die Rheinland-Pfälzer vor drei anderen Teams an die Spitze. Das Ticket hatten sie sich als Zweiter der Bundesliga-Süd gesichert. „Das war ein historischer Erfolg“, berichtet Neumann nach seiner Rückkehr.

Ein Blick in die Annalen bestätigt ihn: Für die Mainzer war es die erste deutsche Mannschaftsmeisterschaft seit 22 Jahren. Zum ersten Mal seit 2008 hieß der deutsche Meister zudem nicht BGS Hardenberg-Pötter. Dem mit Welt- und Europameistern besetzten Seriensieger blieb mit insgesamt 1144 Schlägen hinter den Mainzern (1137) diesmal nur der zweite Platz.
Zu guter Letzt hielt das dreitägige Turnier auch für Lukas Neumann selbst einen besonderen, weil bislang noch nicht erlebten Moment bereit: In der letzten Runde des ersten Tages schaffte er zum ersten Mal auf deutschem Boden das Kunststück, jedes der 18 Löcher mit dem ersten Schlag zu treffen. Die perfekte Runde war ihm zuvor nur bei einem Hallenturnier in Schweden im vergangenen Dezember „und ein paar Mal im Training“ gelungen.

Seiner Mannschaft, die zu diesem Zeitpunkt Letzter war, half Lukas Neumann mit dieser Glanzleistung entscheidend nach vorne. „Für uns war das der Wendepunkt. In dem Moment haben die anderen gesehen, dass wir ernst zu nehmen sind“, sagt er.

Der Erfolg des Teams tröstete den Physikstudenten locker darüber hinweg, dass er seinen Titel im Matchplay (K.o.-System) nicht verteidigen konnte. Und obwohl er auch in der Einzelgesamtwertung den Cut der besten zwölf Spieler verfehlte und »nur« 14. wurde, hat ihn Bundestrainer Michael Koziol nach wie vor auf dem Zettel. Er berief Neumann in den vorläufigen Kader für die Weltmeisterschaft, die von 20. bis 23. September in Kroatien stattfindet. Mit acht weiteren Spielern reist dieser nun Ende Juli zu einem viertägigen Trainingslager an den Balkan. Danach werden die sieben WM-Plätze vergeben. „Es wird eine enge Entscheidung. Aber ich bin ganz optimistisch, dass es klappt“, sagt Neumann.

Für ein paar Tage hat er den Minigolfschläger aber erst einmal aus der Hand gelegt. Um den Kopf frei zu kriegen. Und um sich auf die Saisonvorbereitung mit dem TSV Amshausen zu konzentrieren, der in der B-Liga den direkten Wiederaufstieg anpeilt. Denn Lukas Neumann weiß mittlerweile, wie viel Spaß es macht, mit seiner Mannschaft einen Titel zu gewinnen.