Veröffentlicht von Westfalen Blatt Am 7 - Juli - 2017

Quelle: WESTFALEN BLATT / www.westfalen-blatt.de

Halle-Künsebeck(SKü). Wenn alles nach Plan läuft, dann werden eines Tages mehrere hundert Menschen neu beziehungsweise zusätzlich im Bereich Künsebeck Nord leben. Mit dem Bebauungsplan Nr. 75 setzt die Stadt ihre Verdichtungspolitik nun in den Siedlungsbereichen nördlich der B 68 konsequent fort.

Stadtplaner Roger Loh vom Büro Tischmann & Schrooten stellte im Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung Überlegungen für weitere Bebauungen rund um Hochstraße und Dr.-Georg-Schäfer-Ring sowie hinüber bis zum Kehrweg und Kiefernweg vor. Einstimmig wurde beschlossen, mit diesem ersten Bebauungsplanentwurf demnächst in die frühzeitige Beteiligung von Bürgern und Behörden hinein zu gehen.

Bis auf die städtische Kita an der Hochstraße sowie den Minigolfplatz mit Gastronomie handelt es sich in Künsebeck-Nord um ein klassisches Wohngebiet auf immerhin 15 Hektar Größe. Einzelne Quartiere sind von der Bebauung her sehr unterschiedlich strukturiert. Es gibt sowohl klassische Einfamilienhäuser wie auch bis zu viergeschossige Wohnblocks. Der westliche Teil (in Richtung Halle) hingegen ist ziemlich unstrukturiert und war bisher auch noch nicht durch einen Bebauungsplan geregelt. Jetzt aber soll mehr Ordnung ins Quartier.

Loh unterteilte das Bebauungsplangebiet in vier Abschnitte, für die sehr unterschiedliche Verdichtungslösungen angegangen werden sollen. Rund um Kiefernweg und Kehrweg, wo 2,5-geschossige Mehrfamilienhäuser vorherrschen, schlägt er kleinteilige Erweiterungen und flache Anbauten vor. Auf großen Freiflächen zwischen Kehrweg und Kurzer Straße sollen freistehende Einfamilienhäuser, Doppelhäuser und Mehrfamilienhäuser ermöglicht werden. Dafür müssen sich Grundstücksnachbarn aber auch teilweise erst einig werden.

Am Dr.-Georg-Schäfer-Ring soll die homogene 2,5-geschossige Bebauung in erster Linie durch flache Anbauten erweitert werden können, in Einzelfällen auch durch neue Mehrfamilienhäuser.

An den mehrstöckigen Wohnblocks sollen allenfalls Balkone an den Südwestfassaden geprüft werden können. Westlich vom Minigolfplatz sind sowohl neue Einzelhäuser als auch Anbauten im Planentwurf vorgesehen. Auch hier sind Verständigungen unter Nachbarn teilweise erforderlich.

Ulrike Sommer (SPD) betonte, wie wichtig es sei, dass in Künsebeck vor allem viele neue Mietwohnungen entstehen und deshalb auch mehrgeschossige Bauten Platz finden müssten. Wenn auf bestimmten Flächen trotz Überplanung nicht gebaut werde, dann müsse auch über Rücknahme von Baurechten diskutiert werden, deutete Sommer konsequente Entscheidungen an.