Veröffentlicht von Westfalen Blatt Am 13 - Juni - 2017

Quelle: WESTFALEN BLATT / www.westfalen-blatt.de

Halle-Künsebeck (mat). Falls Außerirdische eines Tages auf der Erde landen, würden sie mit großen Sonnenbrillen und weißen Maleranzügen den Künsebecker Wald unsicher machen – zumindest in der Fantasie der Grundschüler. Dass dieses Outfit auf den ersten Blick »merkwürdig« aussieht, ist schlimm. Schließlich lautet so das Motto des Filmprojekts.

So nimmt auch die Klasse 4a der Grundschule Künsebeck am Dreh der »GT-Clips« teil, die am Dienstag, 4. Juli, im Gütersloher Bambini-Kino zu sehen sind. Dafür haben sich 25 Kinder in vier Gruppen aufgeteilt und mit Kamera und Mikrofon im Gepäck den angrenzenden Wald zum Drehort gemacht. »In den drei Wochen haben wir im Unterricht jeden Tag darüber gesprochen, was ›merkwürdig‹ ist und wie so etwas dargestellt werden kann«, sagt Klassenlehrerin Manuela Drees.

Für eine Gruppe stand das Thema sofort fest. Was ist merkwürdiger als eine Gruppe von Aliens, die mit ihrer zum Ufo umfunktionierten Drohne im Wald landet und mit den Kindern spielt? So haben Mia, Robert, Sebastian, Nick, David und Faik ihre Szene schnell im Kasten und widmen sich als erste Gruppe dem Schnitt. Kerem Ayazoglu vom Kanal 21 hilft dabei: Er studiert Medienwissenschaften an der Uni Bielefeld und weiß genau, worauf die Kinder achten müssen. »Vielleicht können wir noch ein paar Detailaufnahmen machen«, schlägt er vor. Schließlich wirken die etwa 90 Sekunden langen Clips auf der großen Leinwand viel besser, wenn neben den Dialogen auch unterschiedliche Kameraeinstellungen zum Einsatz kommen.

Während sich die noch immer grün geschminkten Alien-Darsteller schon am Computer mit den Feinheiten ihres Films beschäftigen, stecken ihre Mitschüler noch mitten in den Dreharbeiten. So stehen neben Geistern auch Senioren oder Bankräuber vor der Kamera. Schließlich lässt das Motto reichlich Raum für Kreativität.

»Eine Gruppe beschäftigt sich mit »Jung und Alt«. Da suchen die Senioren auf ihrem Smartphone nach Pokémon und die Teenager sitzen auf der Bank und stricken«, verrät Manuela Drees. Dabei werden die Kinder nicht nur zu Schauspielern. Sie schlüpfen auch in die Rolle von Drehbuchautoren, bedienen die Kamera oder halten das Mikrofon, während sich Geister vor sich selbst erschrecken oder Bankräuber ihre Masken fallen lassen, um sich der »Shoppingqueen« anzuschließen.