Veröffentlicht von Westfalen Blatt Am 27 - Januar - 2017

Quelle: WESTFALEN BLATT / www.westfalen-blatt.de
Erweiterung des Ravenna-Parks

Halle(SKü). Sollen im interkommunalen Gewerbegebiet Ravenna-Park nur Unternehmen zum Zuge kommen können, die aus den Verbandskommunen Halle, Werther oder Gütersloh kommen? Diese Frage hat den Haller Hauptausschuss beschäftigt.

Zur Debatte stand die fällige Änderung des Flächennutzungsplanes, weil der Ravenna-Park um einen sogenannten Zipfel erweitert werden soll. Diese knapp fünf Hektar große Fläche liegt in einem Dreieck in unmittelbarer Nähe der künftigen A33-Auffahrt Schnatweg. Der Regionalrat in Detmold hat die Wiedernutzung der Gewerbefläche bereits abgesegnet – der Zipfel war bereits einmal im Ravenna-Park enthalten und wurde später wieder rausgenommen –, jetzt muss die Stadt Halle die planungsrechtlichen Schritte nachvollziehen. Gegen die erneute Gewerbeausweisung waren Umweltverbände zu Felde gezogen, die die Bezirksregierung aber letztlich mit ihren Argumenten nicht überzeugen konnten. Im Haller Hauptausschuss war es jetzt der Grünen-Sprecher Jochen Stoppenbrink, der eine wesentliche Einschränkung bei der Grundstücksvergabe mit einbringen wollte. Es solle die Vergabe so gestaltet werden, dass nur Firmen aus Halle, Gütersloh oder Werther, als Beteiligte am Ravenna-Park, Flächen erhalten können. Dies diene letztlich auch einer effizienten Flächennutzung.

An dieser Forderung entzündete sich Widerspruch. »Ich fände es falsch, wenn wir Unternehmen wie Keppel, das aus Steinhagen gekommen ist, in Halle ablehnen würden«, sagte Wolfgang Bölling (SPD). Und Fachbereichsleiter Jürgen Keil machte deutlich, dass jede potenzielle Ansiedlung ohnehin nach dem Beirat im Fachausschuss beraten werde. Im übrigen wies Keil darauf hin, dass allenfalls ein Unternehmen auf der Fläche angesiedelt werden könne. Ansonsten gebe es erhebliche Erschließungsprobleme und den Zwang zum Bau einer weiteren Straße. Auf einem Teilbereich direkt an der A33-Auffahrt wird der Landesbetrieb Straßen NRW ein Salzlager für den Winterdienst bauen.

Ebenso wie der Hauptausschuss stimmte auch der Haller Planungsausschuss der Flächennutzungsplanänderung gestern einstimmig zu. Die Grünen erklärten ihre Zustimmung damit, dass auf die teilweise erheblichen Bedenken der Umweltverbände im Regionalrat intensiv eingegangen und manches erreicht worden sei.