Veröffentlicht von Westfalen Blatt Am 14 - November - 2016

schweinMit einem Trauermarsch beginnt traditionell das Schlachtfest der Sängergemeinschaft Künsebeck. Denn für den jährlichen Gaumenschmaus muss schließlich ein Vierbeiner sein Leben lassen.

 

Zum Glück sorgen die Künsebecker, ebenso wie ihre Gäste für reichlich Musik, so dass sich die Laune gleich wieder hebt. Mit Ach und Weh windet sich der Trauerzug durch die Stuhlreihen im Landhotel Jäckel. Vorsitzender Hans Dieter Pauser geht als Bauer verkleidet mit dem als Schlachter ausstaffierten Reinhard Schürmann voran. Eine Abordnung der »Künsker Weibsen« trägt das Objekt vieler Tränen und beginnenden Magenknurrens hinterdrein.

 

Die Sau »Jolanthe« allerdings besteht nur aus Kissen. Da darf es musikalisch auch etwas lustiger sein. So lautet die gesungene Quintessenz: »Unser bestes Schwein ist tot, morgen gibt es Möppkenbrot.« Als Hans Dieter Pauser dann die rund 100 Gäste begrüßt, ist die Trauer schon fast vergessen. Das Fest wandelt sich entsprechend der versammelten Besucher zu einem kleinen Konzert. Die Gastgeber machen hier unter der Leitung von Ralf Magnus den Anfang mit einer gelungenen und frischen Mischung von Volksliedern und Gospeln. Sie bereiten die Zuhörer schon einmal mit Schwung auf die bevorstehende Feier vor.

 

Allerdings dämpfen die Gäste vom Männergesangsverein Hörste die Laune dann kurzfristig wieder etwas. Dennoch gelingt es den Sängern unter der Leitung von Christian Schumacher schon mit ihrem dritten Stück, »Rot sind die Rosen«, den Saal zum Schunkeln zu bringen. Da auch Vertreter der Chorgemeinschaft Halle Ravensberg, des Gemischten Chores Kölkebeck und des Männerchors Amshausen anwesend sind, wird gelegentlich sogar mit gesungen.

 

Dann geht es endlich der leckeren Verwandtschaft von »Jolanthe« an die krosse Schwarte beim westfälischen Schlacht-Buffet. Gleichzeitig ruft Alleinunterhalter Thomas Venten zu den ersten Runden auf’s Tanzparkett. Denn die nächste musikalische Einlage wartet erst am späteren Abend auf die Gäste. Dann nämlich erzählen die acht »Künsker Weibsen« singend von ihren merkwürdigen und amüsanten Erlebnissen bei der Kur. In Worte hat sie Lieselotte Rosendahl gefasst; und mit seinem Akkordeon macht Herrmann Pohlmann den Vortrag komplett.

 

In bester Feierlaune greifen die Gäste dann auch gern in die Loskübel. Schließlich hat die Tombola dank zahlreicher Spender einige attraktive Preise aufzuweisen, mit einem Landschaftsgemälde von Lore Haubrock sogar ein gänzlich einmaliges.