Veröffentlicht von Haller Kreisblatt Am 25 - Oktober - 2016

b68Halle-Künsebeck. Bis vor wenigen Jahren war Ford Hagemeier ganz allein auf weiter Flur. Mittlerweile hat sich der Bestand an Neu- und Gebrauchtwagen am Ende der Brackweder Straße vervielfacht, zudem runden eine Tankstelle und ein Autowaschpark das Angebot ab. Nun interessiert sich auch das Autohaus Orth & Nagel (Audi, Mercedes und VW) für die Fläche zwischen Hallenstraße und Mitbewerber Hagemeier, die von der Stadt bereits als Teil des neuen Gewerbegebiets Werkstraße ausgewiesen wurde.

„Ja, wir planen einen Neubau und haben hierzu Gespräche mit der Stadt Halle aufgenommen“, bestätigt Rolf Nagel, Geschäftsführer des Autohauses mit Stammsitz in Versmold. Für das jetzige Grundstück im Stadtzentrum gebe es noch keine abschließende Planung. „Wir werden es jedoch im Rahmen der Stadtentwicklung einer innerstädtischen Nutzung zuführen“, sagt Nagel.

Grundlagen gelegt: Die Stadt Halle hat zwei Häuser an der Hallenstraße gekauft und plant deren Abriss. – © Foto: Uwe Pollmeier

Halles Stadtplaner Michael Flohr bestätigt, dass die Stadt bereits Grundstücke im Bereich des neuen Gewerbegebiets Werkstraße gekauft hat, allerdings noch nicht alles der Stadt gehöre. „Es gibt jedoch schon Interessenten aus verschiedensten Gewerbezweigen, die sich dort ansiedeln wollen“, bestätigt Flohr. Zugleich stellt er klar, dass nicht die gesamte Fläche bis an den Schnatweg ran gewerblich nutzbar sein werde. „Der Waldstreifen entlang des Schnatwegs ist für uns unantastbar wegen des großen Naturbestands“, sagt Flohr. Neben den schützenswerten Bäumen gibt es aber noch einen weiteren Grund, der den Grünstreifen als Gewerbefläche ausscheiden lässt. Teile davon stehen nämlich unter Denkmalschutz, da sich im Dickicht des Waldes einige Grabstellen aus der Bronzezeit befinden. Wenn alles perfekt läuft, könnte schon Ende 2017 mit Gewerbeansiedelungen zu rechnen sein, sagt Flohr hoffnungsvoll.

Zegarek befindet sich derzeit noch in der Planungsphase

Seinen Platz sicher im zukünftigen Haller Filetstück der Automobilbranche hat bereits Ralf Zegarek. Sein vor allem auf Fahrzeuge der Marke Nissan spezialisiertes Autohaus hat seinen Sitz an der Wertherstraße und somit an einer eher publikumsarmen Stadtrandlage. Der Planungs- und Stadtentwicklungsausschuss hat einem Umzug an die B 68, unmittelbar neben dem im Sommer eröffneten Autowaschpark samt EU-Neuwagen-Verkaufs des Wertheraner Kfz-Technikermeister Sebastian Uphaus bereits zu Jahresbeginn zugestimmt. Doch Zegarek hat keine Eile mit der Umsiedelung. „Ich bin immer noch in der Planungsphase“, sagt der Kfz-Meister. Ein Umzug erfolge möglicherweise erst Anfang 2018. Zur Zukunft des jetzigen Firmengeländes könne er sich ebenfalls noch nicht äußern.

Alles nach Plan: Bei Ford Hagemeier liegt alles im Zeitplan. Im Sommer soll die neue Fahrzeughalle stehen. – © Foto: Uwe Pollmeier

Sein zukünftiger Nachbar Sebastian Uphaus ist hingegen mit den ersten Wochen am Zweitstandort sehr zufrieden. „Die Lage direkt an der B 68 ist sehr gut. Es ist eine gute Ecke für Händler“, sagt Uphaus, der seit vielen Jahren eine Kfz-Werkstatt in Werther betreibt. Mögliche weitere Konkurrenten machen ihm keine Angst. „Das belebt doch das Geschäft und wir bieten ja auch alle unterschiedliche Fahrzeuge an“, sagt Uphaus. Noch in diesem Jahr, spätestens aber zu Beginn des neuen Jahres, plant Uphaus den Bau eines kleinen Verkaufspavillon inmitten der angebotenen Fahrzeuge. Dort soll, etwas abseits der Waschanlage, ein Verkäufer die Kunden beraten.

Ulrich Mittendorf, der seit drei Jahren EU-Neuwagen und Gebrauchtwagen auf dem Gelände zwischen Jet-Tankstelle und Hammer-Markt anbietet, sieht die neuen Mitbewerber nicht als Konkurrenz. „Ich sehe das als positive Belebung. In Bielefeld gibt es auch oft mehrere Autohäuser auf einer Stelle. Dort läuft es bestens“, sagt Mittendorf.