Veröffentlicht von Haller Kreisblatt Am 4 - Dezember - 2015

2015-12-04-018-HKH-002Quelle: HALLER KREISBLATT / www.haller-kreisblatt.de

Weil der Bau eines Regenrückhaltebeckens zwischen Flurstraße und Ravenna-Park mit all seinen begleitenden Maßnahmen deutlich günstiger als erwartet wird, könnte die Stadt Halle verstärkt in Lärmschutz für die Künsebecker Bürger investieren. Das ist das Ergebnis der Beratungen im Bau- und Verkehrsausschuss. So billig, wie zunächst erhofft, kommt sie jedoch nicht davon. Planer Ralf Düspohl vom Ingenieurbüro Röver stellte das Konzept für das Regenrückhaltebecken vor: 191 000 Euro plus Baunebenkosten müssten investiert werden, ausgelegt ist es für 1600 Kubikmeter. Erfreulich für Kämmerer Jochen Strieckmann: Eine Umlegung des Künsebecker Baches, die mit 490 000 Euro kalkuliert war, wird nun doch nicht nötig, die Ziele sind auch mit einer Umgestaltung zu erreichen – sie kostet nur 135 000 Euro. Die von Düspohl vorgelegten Planungen sahen allerdings keinen durchgängigen Lärmschutz zur Straße Ravenna-Park vor. „Würde zusätzlicher Lärmschutz die Ersparnis beim Künsebecker Bach denn komplett aufzehren?“, fragte Thomas Tappe von der CDU. Düspohl schätzte, dass ein durchgängiger Lärmschutz auf 2,50 Metern Höhe etwa 60 000 Euro kosten werde. Daraufhin beschloss der Ausschuss einen solchen Lärmschutz. Die erste grobe Schätzung Düspohls sollte sich jedoch nur 24 Stunden später als deutlich zu niedrig angesetzt herausstellen. „Schon auf dem Nachhauseweg hatte ich meine Zweifel“, gestand der Diplom-Ingenieur schließlich nur einen Abend später im Umweltausschuss. Er habe den voraussichtlichen Plan noch einmal nachgerechnet und sei inzwischen auf eine Summe von 140 000 bis 160 000 Euro gekommen. Diese Mehrkosten würden hinzukommen, sofern man die rund 150 fehlenden Meter neben dem Trafogebäude und an der zukünftigen Bushaltestelle ebenfalls mit einem Lärmschutzwall versehen würde. Düspohl versprach, in einer genaueren Berechnung nach einer kostengünstigeren Lösung Ausschau zu halten. Dies dürfte dem sachkundigen Bürger Joachim Kloidt gefallen. Dem Grünen schmeckte die avisierte Zusatzsumme nicht und er fragte daher nach, ob die durchgängige Lärmschutzwand etwa ein Luxusproblem oder nicht gesetzlich vorgeschrieben sei. „Dies kann ich mit einem klaren Nein beantworten“, sagte Eckard Hoffmann, zuständiger Abteilungsleiter bei der Stadt Halle. Es sei nicht notwendig, sondern handele sich „um eine freiwillige Leistung der Stadt Halle“. Man solle daher noch einmal überprüfen, ob sich durch den kompletten Lückenschluss etwas gravierend verbessern würde. Die Zuständigkeit für solch eine Entscheidung läge jedoch wieder beim Bauausschuss, so dass man das Thema wieder dorthin verlagere. Für eine mögliche Kostensenkung könnte auch das Pharmaunternehmen Baxter sorgen. Die Stadt verhandelt mit Baxter über eine Kostenbeteiligung an der Regenrückhaltung, da das Unternehmen von dieser ebenfalls profitieren würde.