Veröffentlicht von Haller Kreisblatt Am 27 - Februar - 2015

Während im Bermuda- Dreieck der Legende nach Dinge spurlos verschwinden, fördert das ominöse Dreieck im Ravenna-Park einige Haltungen ans Tageslicht. CDU und FDP sehen sich voll auf Kurs der Verwaltung. Das zeigte sich, als der christdemokratische Sprecher Hendrik Schaefer fast eins zu eins die Rede von SPD-Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann zum Richtfest bei Gerry Weber übernahm. Er warb um Verständnis für die Situation in Halle , wo sich gewerblich derzeit nun mal einiges tue. Mit solchen Bitten hielt sich Klaus-Peter Kunze (FDP) nicht auf, er gab den Wirtschaftsliberalen: mehr Gewerbe, möglichst schnell, keine Grenzen der Entwicklung. Über solche Positionen lässt sich trefflich streiten – immerhin sind sie klar formuliert. Gleiches lässt sich von der Gegenseite sagen – auch wenn sie derzeit nur von den Grünen besetzt wird. Sie sehen die Grenzen des Flächenverbrauchs erreicht und haben das mit ihrer Ablehnung klar dokumentiert. Punkt. Und die SPD? Befindet sich offenbar in so schwieriger Lage, dass sich Sprecher Wolfgang Bölling auf das Taktieren verlegt: Ja zum Dreieck, Ja zu Storck, Ja zum Gewerbe unterhalb der B 68. Aber alles andere möge doch bitte einen Schritt langsamer erfolgen – oder gar in anderen Städten? Da will sich jemand alle Optionen offen halten und hat seine endgültige Position noch nicht gefunden. Die Bürgermeisterin geht derweil in die Defensive. Und das ohne Not. Der vom Grünen Jochen Stoppenbrink ins Spiel gebrachte Begriff „Kirchturmdenken“ ließ sie gleich zu einer Rechtfertigungsrede ansetzen, nach dem Motto: Das werfen uns nur die anderen vor. Vielleicht sollte Anne Rodenbrock- Wesselmann offensiver zu ihrer Politik stehen – so wie es ihr allgemeiner Vertreter Jürgen Keil tut.