Veröffentlicht von Westfalen Blatt Am 14 - November - 2013

autoDie Stadt Halle will in Sachen Baustellen-Management auch dann aktiv werden, wenn sie eigentlich nicht zuständig ist. »Und wenn wir Gefahren erkennen, dann ändern wir auch etwas«, bekräftigt Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann. Wie jetzt an der Dürkoppstraße.

Von Klaus-Peter Schilling

»Wir haben ja zurzeit eine richtige Buddelei bei uns«, drückt es die Bürgermeisterin noch harmlos aus. Das sei mit vielen Unannehmlichkeiten und mit viel Bewegung von Baufahrzeugen verbunden und verlange allen viel ab. Aber jeder, der sich unzumutbar belästigt fühle, solle nicht gleich die große Welle machen, sondern sich an die zuständigen Fachleute bei der Stadt wenden. In erster Linie sind das Eckhard Hoffmann als Abteilungsleiter Tiefbau und Bauhofleiter Andreas Gomolka.

Als zusätzlichen Service bietet die Stadt auf ihrer Internetseite links unter der Menüleiste ein Fenster »Baustellen-Info«, wo aktuelle Baustellen aufgelistet sind, aber auch die jeweiligen Ansprechpartner bei der Stadt oder auch beim Landesbetrieb Straßen, der ja zurzeit den Schnatweg und die Brücken für die A 33 bauen lässt.

Ob Verschmutzung, Lärm, Konflikte um private Flächen, Müllabfuhr oder Erreichbarkeit des eigenen Grundstückes: »Die meisten Unstimmigkeiten können relativ schnell gelöst werden«, sagt Eckhard Hoffmann. Nicht immer aber könne man alles zur Zufriedenheit der Bürger lösen, meint Anne Rodenbrock-Wesselmann. »Es muss erst schlimmer werden, bevor es besser wird. Deshalb wolllen wir die ganze Bauerei kurz und knackig hinter uns bringen.«

 

Zu gefährlich

 

In dieser Form ist die Stadt auch beim Straßenverkehrsamt vorstellig geworden, um einer Beschwerde der Koyo-Belegschaft nachzukommen. Deren Betriebsratsvorsitzender Jens Engelbrecht hatte beklagt, dass die Kollegen jetzt wegen der fast kompletten Sperrung der Künsebecker Siedlungsgebiete für den Durchgangsverkehr alle über die Werkstraße auf die B 68 fahren müssten. Vor allem für Linksabbieger sei das enorm gefährlich. Schon Freitag hat das Straßenverkehrsamt eine Anordnung verfasst, Montag wurde sie vom Haller Bauhof in die Tat umgesetzt. Entschärft ist jetzt die Situation an der anderen Seite der Werkstraße, an der Aufmündung auf die Dürkoppstraße. Hier durfte man bisher ebenfalls nur Richtung B 68 fahren. Jetzt ist es wieder erlaubt, auch nach links auf die Dürkoppstraße abzubiegen und an Jäckel vorbei Richtung Brockhagen, Gütersloh, Bokel oder Versmold zu fahren. »Immer nach links auf die B 68 abbiegen zu müssen ist eine echte Gefahrenstelle. Das Sperrschild an der Dürkoppstraße muss weg«, schildert die Bürgermeisterin die Überlegungen bei Stadt und Straßenverkehrsamt. Ansonsten bleiben alle Sperrungen in Künsebeck erhalten, auch die von der B 68 in die Dürkoppstraße. Außer Anliegern darf keiner durch den Ort.

 

Schlecht zu sprechen ist die Bürgermeisterin in dieser Sache auf Anlieger der Dürkoppstraße, die sich als »Initiative Künsebecker Bürger« zu Wort gemeldet hätten. Die hätten ihre Namensähnlichkeit mit der rührigen »Interessengemeinschaft Künsebecker Bürger (IGKB) genutzt, um 87 Unterschriften für die Sperrungen in Künsebeck zu sammeln. Die IGKB fühle sich da mitunter instrumentalisiert.

 

Die Liste wird kürzer

 

Die aktuelle Liste der Baustellen in Halle wird in diesen Tagen aber deutlich kürzer. Im Baugebiet Bachweide werden die Straßen in diesen Tagen fertig, ebenso ist die Kanalsanierung Danziger Weg und die Zufahrt zum Lindenbad-Parkdeck fast fertig. Bis Mitte Dezember sollen die Graebestraße und die Gartenstraße südlich des Marktkaufs fertig sein, ebenso die neue Trasse der Kreisstraße südlich des Kreisels in Künsebeck.