Veröffentlicht von Westfalen Blatt Am 2 - November - 2013

Koyo-Mitarbeiter fürchten Unfallrisiko

Halle-Künsebeck (WB/pes). Die seit einigen Wochen geltende Sperrung der Dürkoppstraße in Künsebeck stößt auf Protest der angrenzenden Unternehmen. Der Betriebsratsvorsitzende von Koyo, Jens Engelbrecht, hat sich jetzt in einem Brief an die Öffentlichkeit gewandt und fordert, die Sperrung wieder rückgängig zu machen.

Seit etwa fünf Wochen ist die Dürkoppstraße auf Antrag der Initiative Künsebecker Bürger für jeglichen Durchgangsverkehr gesperrt. Man wollte verhindern, dass wegen der Bauarbeiten auf dem Schnatweg viele Autofahrer die Straße am Landhotel Jäckel vorbei als Ausweichstrecke nutzen. Jens Engelbrecht sieht das allerdings ganz anders: »Die Folgen dieser Sperrung sind aus Sicht der Kolleginnen und Kollegen in unserem Werk inakzeptabel. Schon vorher war gerade die B 68 ein gravierender Unfallschwerpunkt. In den vergangenen Jahren haben mehrere Werksangehörige beim Abbiegen schwere Unfälle erlebt, wenige tödlich, aber teilweise mit lebenslangen, gesundheitlichen Folgen.« Das Unfallrisiko sieht der Betriebsratschef jetzt noch einmal steigen, weil auch alle die Autofahrer nach links auf die B 68 abbiegen müssen, die sonst direkt über Dürkoppstraße und Flurstraße Richtung Versmold oder Gütersloh abfahren konnten.

 

»Auch ohne die Sperrung war es schon schwierig, links Richtung Halle auf die B 68 ( . . . ) abzubiegen. Nun ist es in den Stoßzeiten, zum Beispiel zum Schichtwechsel, absolut unzumutbar geworden«, schreibt Engelbrecht. Die langen Wartezeiten auf passende Lücken erhöhten das Unfallrisiko erheblich, weil mit jeder Minute die Risikobereitschaft des Einzelnen steige, auch kleinere Lücken im Verkehr zu nutzen. Die Reduzierung der Geschwindigkeit auf der B 68 auf 50 Stundenkilometer pro Stunde habe daran nichts geändert. Hinzu komme, dass es auf der Werkstraße keine Abbiegespuren gibt, was den Verkehr zusätzlich staut.

»Es ist für uns nicht hinnehmbar, dass sich 87 Bürger an der Dürkoppstraße auf Kosten unserer 620 Kollegen ihr Stadtrandklima erstreiten«, schreibt Jens Engelbrecht. Auch wurden aktuell alle anderen Zufahrtsstraßen nach Künsebeck gesperrt, so dass unsere Kolleginnen und Kollegen legal eigentlich nicht einmal mehr zur Sparkassenfiliale oder zum Bäcker fahren dürften. Die Belastung der Straße durch Koyo beschränke sich auf wenige Stoßzeiten. Wir erwarten von der Stadt Halle und Straßen NRW, dass hier noch einmal umgedacht wird.«

Im Gespräch mit dem WB kündigte Engelbrecht an, dass demnächst eine Unterschriftensammlung im Werk stattfinden werde. Außerdem wolle auch die Werkleitung bei der Stadt intervenieren, ebenso wie das benachbarte Gartencenter Brockmeyer. »Auch dort haben sich Kunden wegen der Verkehrsverhältnisse schon beschwert«, weiß Engelbrecht.