Veröffentlicht von Westfalen Blatt Am 24 - September - 2013

a20612960i13_320xHalle-Künsebeck (el). Von den Kindern zur Stadt, von der Stadt zur Kita und wieder zurück zu den Kindern ist der symbolische Schlüsselbund gereist, bevor endlich die Türen aufgingen. Dann gab es jedoch kein Halten mehr für die Kinder der Kita Hochstraße. Und besonders die ganz neue Erfahrung vom Spielen in der ersten Etage wurde mit Eifer ausprobiert.

Schon in der Planungzeit hatten es sich die Vertreter der Stadt, der Architekten, des Jugendamtes und schließlich der Kita selbst nicht einfach gemacht. Modernisierung musste auf jeden Fall sein, ein Anbau war nötig, aber in welchem Maße und wenn, dann wo und wirklich mit mehr als einer Ebene. Diese Fragen spielten die Verantwortlichen immer wieder durch und riskierten dabei auch einige Fehlversuche, fasste der Abteilungsleiter für Soziales, Jugend und Senioren Hermann Bußmeyer bei der Eröffnung am Samstag den Prozess noch einmal zusammen. Letztlich war es der Entwurf von Architektin Silke Schäfer, die jedoch kurz darauf aus Krankheitsgründen ausfiel. »Es ist mir sehr schwer gefallen, das Projekt abzugeben, weil ich durch meine beiden Kinder sehr mit der Kita verbunden bin«, blickte die Architektin nun zurück.

Doch wurde in ihrem Sinne von Carsten Heilmann von der Bauwerkstadt Bielefeld weitergebaut. Allerdings mit ziemlicher Verspätung, die auch an den Kindern nicht vorüber ging, wie Heilmann sich erinnerte. »Wir wussten, wir müssen jetzt loslegen, als ein Kind kommentierte: Sieh mal da kommen wieder die Handwerker und machen nix als gucken.« Fast einen Monat später als geplant wurden die Kinder und ihre Eltern daher nun vom stelzenlaufenden Clown Krawalli, alias Andreas Wetzig, an der Tür begrüßt. Nur wenige neugierige Blicke mussten denn reichen, als es kurz durch das Gebäude wieder hinaus ins Freie ging. Denn die Eröffnung fand dort statt, wo auch während der Umbauphase im Sommer vorwiegend die Kinder betreut wurden, im Garten.

Die hatten hier vier große bunte Schlüssel für die jeweiligen Gruppenräume angefertigt und übergaben sie nach einem lustigen Lied an Bürgermeisterin Anne Rodenbrock Wesselmann. Die erinnerte sich noch daran wie sie die Kita vor 40 Jahren an der Hochstraße eröffnet hatte und meinte: »Es war ein lang gehegter Wunsch, diese städtische Kita zu erweitern. Dass es eine gelunge Mischung aus Alt und Neu geworden ist, freut mich umso mehr. Und dass zusammen mit den 16 neuen Unter-Drei-Plätzen auch drei neue Arbeitsstellen geschaffen wurden, ist ebenfalls sehr schön.« Allerdings gehörten die Schlüssel nun in die Hand der Leiterin Anja Holle, befand die Bürgermeisterin und gab sie mit einem Blumenstrauße und einer Flasche Sekt für alle Mitarbeiter gleich weiter.

Doch auch hier sollten sie nicht bleiben. Anja Holle machte jedoch zuerst ihren Bedenken Luft. »Bei uns ist es immer sehr familär zugegangen. Alle kannten sich untereinander. Bei einer derart großen Erweiterung war ich unsicher, ob wir dieses Klima so erhalten können würden«, sagte sie. Mittlerweile haben sich diese Befürchtungen zerstreut. Das Zugehörigkeitsgefühl ist unverändert und darum sollten es auch die Kinder selbst sein, die mit den großen Schlüsseln die einzelnen Räume aufsperrten und ihre Eltern zur Führung mitnahmen. Sie selbst entdeckten dabei die Räume im ersten Stock zum ersten Mal.