Veröffentlicht von Haller Kreisblatt Am 27 - Oktober - 2011

In früheren Zeiten wurde sie wegen der Härte und Zähigkeit ihres Holzes für stark beanspruchte Teile im Wagen- und Mühlenbau geschätzt und fand wegen ihres schönen Furnierbildes und des warmen Farbtones Verwendung im Möbelbau. Doch das ist nicht der Grund, warum sie aus unseren Breiten nahezu verschwunden ist: Der Ulmensplintkäfer hat seinem Lieblingsbaum – allerdings unabsichtlich – den Garaus gemacht. In Halle gibt es wenige, zumeist junge Exemplare. Eine der letzten alten, stattlichen Ulmen steht am Kinderspielplatz in Künsebeck.

„Vor zwölf, 13 Jahren war sie richtig krank”, sagt Halles Umweltingenieur Stephan Borghoff und wirft einen prüfenden Blick auf die imposante Ulme, die ihr Blätterdach über den zentralen Spielplatz im Haller Ortsteil Künsbeck ausbreitet. 22 bis 25 Meter ist sie hoch, die letzte große Ulme der Stadt, und dürfte bei einem Stammdurchmesser von etwa 80 Zentimetern an die 100 Jahre alt sein.

„Sie hat sich gut erholt”, ergänzt Stephan Borghoff und erinnert sich an die Zeit, als die Künsebecker Ulme vom gleichnamigen Splintkäfer befallen war und an der damit verbundenen Pilzinfektion zu vertrocknen drohte. Borghoff: „Irgendwie hat sie es überstanden. Vielleicht liegt es daran, dass es sich um eine eher seltene Flatterulme handelt, die nicht so anfällig wie Feld- und Bergulme gegen den Pilzbefall ist.” Aus Angst vor den Folgen des Splintkäfer-Befalls werden laut Stephan Borghoff derzeit Ulmen sehr zurückhaltend nachgepflanzt. Das könnte sich aber ändern. Borghoff: „Diese Ulme hat sich gegen den Pilz behauptet. Vielleicht sollten wir im Frühjahr ihre Samen sammeln und an anderen Standorten aussäen.”

Quelle: www.haller-kreisblatt.de